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Anlässlich des bald nahenden zweiten Jahrestages der Ankunft der Corona Pandemie in den Schulen und Kitas unseres Bundeslandes entstand diese kurze literarische Auseinandersetzung mit unseren Erlebnissen in den vergangenen 24 Monate.
Es war einmal vor gar nicht langer Zeit, da herrschte im Fürstentum im hohen Norden, zwischen den beiden Meeren, unter seinem schwarz, gelb, grünen Banner Fürst Daniel der Unverbindliche. Lange, so sagt man, waren die Menschen dort recht zufrieden mit Fürst Daniels Herrschaft und glücklicher als im Rest des Reiches. Doch dann flog aus den weiten Wäldern und Wüsten des Ostens ein Drache heran, überfiel auch dieses Land und tötete viele Menschen durch feurigen Atem und seinen Biss. Und diejenigen, die den Angriff des Drachen überlebten, litten oft und lange schwere Schmerzen.
Auch wenn die Weisen des Landes den Fürsten vor der Kraft des Drachen warnten und die Forscher und die geschicktesten Handwerker des Landes immer neue Mittel und Wege fanden dem Untier zu trotzen, blieb die Bedrohung. Denn immer neue Abkömmlinge der wilden Bestie suchten das Land heim, einer gefährlicher als der andere. Die Menschen aber lebten auch im dritten Jahr der Heimsuchung in ihren Hütten und Häusern, häufig zu dreißig und mehr in engen Räumen voll schlechter Luft und Ausdünstungen. So wurden sie leicht Opfer der Drachenbrut. Sehnsüchtig schaute das Volk deshalb über die südliche Grenze, wo es als bald Drachenfallen in fast allen Behausungen gab. Und einige beschlossen ihr Handwerk und sogar ihre Heimat zu verlassen. Denn etwas Besseres als die Not fänden sie überall.
Ängstlich wandten sich die anderen ob des durch die Drachen angerichteten Leids an den Fürsten Daniel und baten ihn inständig, sie vor dem Grauen zu beschützen.
Da versammelte Fürst Daniel seine Beraterinnen und Berater, nachdem er diese zuvor mit dem besten Rüstzeug gegen die Angriffe des Drachen gewappnet hatte, im prachtvollen weiten Kronsaal am Ufer der Förde zu Kiel und übertrug jedem von Ihnen einen Teil dieser schweren Aufgabe.
Doch Wehe dem armen Lande und seinen Menschen, die von solchen Fürsten und Beraterinnen regiert werden. Kämmerin Monika vom grünen Hain war in viel zu großer Sorge um den Staatsschatz, als dass sie einen ihrer geliebten Dukaten für das Wohlergehen der Menschen und die Abwehr der Ungeheuer ausgeben mochte. Fürst Daniels Hofarzt, Heiner der Karge, wies alle seine Aufgaben zurück, um dann hurtig zum nächsten Tanzvergnügen zu eilen. Die Ballsäle des Fürstentums, so erklärte er stolz, seien drachensicher.
Und Edelfrau Karin, die Viertel nach Zwölfte von Besserwissen, deren Sorge besonders dem Wohlergehen der Kinder des Landes hätte gelten sollen? Sie bewunderte sich lieber im Spiegel, statt die Klagen des Volkes zu erhören, statt tatkräftig Drachenfallen in den Häusern und Horten des Landes aufstellen zu lassen und Rüstungen für den Drachenkampf zu verteilen. Gerne erzählte sie stattdessen die Mär von den drachensicheren Häusern und
unverletzlichen Kindern und Erwachsenen des Landes. Und davon, dass man, wenn sich einmal ein Drache in eine der Behausungen verirre, nur ein Fenster öffnen müsse. Sofort flöge er hinaus. Also verkündete Edelfrau Karin bei einem Besuch in der Bärenstadt, dass man die Kinder ohne Sorge in den stickigen und kalten Hütten halten müsse, auch wenn die Drachenbrut immer bedrohlicher brülle und an deren Tore kratze. Denn nur so könnten die Fronknechte und Bediensteten, die Händler und Krämer des Fürstentums ihr Werk verrichten und den hohen Herren, den edlen Frauen und dem Fürsten einen guten Steuerzins entrichten.
Von ihrem Spiegel ließ sich Edelfrau Karin nach jeder ihrer Reden laut und aufs Höchste dafür loben, wie sehr sie sich doch für ihre Arbeit aufopfere. Schon lange war sie nämlich auf der Suche nach immer neuen Pfründen und Ämtern und strebte nach Ansehen und noch mehr Bewunderung. Wie hatte sie doch davon geträumt, an der Seite von Fürst Armin dem Zweifelhaften aus der alten Stadt Aachen in die Regierung des ganzen Reiches aufzusteigen. Was bedeuteten ihr da schon die Wünsche und Nöte der kleinen Leute. Aber um das Volk dennoch zu beruhigen, wies sie ihren Sekretär und Hofdichter Alexander an, jeden Tag neue fürstliche Erlasse und lange Schreiben zu versenden, die man laut vorlesen und so die Drachen verschrecken sollte.
So ging es nun schon viele Monate, als die Menschen endlich erkannten, dass sich hinter all den Reden und erzählten Märchen, den wortreichen Papieren und Erlassen nichts als eine nackte, kalte Leere verbarg. Und vielleicht hätten die Bewohner unseres Fürstentums sogar darüber gelacht, denn einige erinnerten sich noch an die Geschichte vom König, der einst völlig nackt und doch wie ein Pfau umherstolziert war. Aber die Menschen waren zu erschöpft und enttäuscht von all dem Leid und den Mühen und die Drachen immer noch zahlreich. So blieb den Bewohnern des einst so glücklichen Fürstentums nichts anderes übrig als auf den Frühling und auf einen neuen Fürsten und bessere Beraterinnen und Berater zu warten.
…. Und wenn sie bis dahin nicht gestorben sind, dann leben sie hoffentlich noch lange!
Anmerkung des Autors:
Natürlich handelt es sich bei dem vorliegenden Märchen um reine Fiktion, Ähnlichkeiten mit tatsächlich existierenden Menschen oder Drachen können nur zufällig sein. Oder kennen Sie etwa heute noch solche Fürsten, solch böse Drachen usw.? Falls sich wider Erwarten dennoch irgendjemand in dem Text wiedererkennen sollte, dem sei auf diesem Wege gesagt: Vielen Dank für die Inspiration!
GCL.
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Kommentar
Heute, am 5. Januar, haben die Kultusminister*innen der Länder also getagt, um sich gegenseitig ihre bekannten Standpunkte zur Schule in Omikron Zeiten zu bestätigen. Unter Führung ihrer neuen Vorsitzenden Prien wiederholten die Teilnehmer*innen der KMK* mantraartig die bekannten Plattitüden, die wir seit nun fast eineinhalb Jahren ertragen müssen. „Die Schulen müssen offenbleiben, Präsenzunterricht muss stattfinden“, ohne Rücksicht auf mögliche gesundheitliche Folgen für Schüler*innen und Lehrkräfte.
Während in allen gesellschaftlichen Bereichen harte Kontaktbeschränkungen verhängt werden und die Testkapazitäten überall an ihre Grenzen stoßen, sind Schulen für die KMK anscheinend immer noch ein per Erlass Corona freier Raum. Von Long Covid Folgen für einen großen Prozentsatz der Erkrankten und auch davon, dass auch ein „milderer Verlauf“ der Krankheit zu schweren Folgeschäden führen kann, haben diese Minister*innen wohl nichts gehört. Stattdessen verkündet die KMK, dass Schulen ab sofort genauso wie Polizei, Feuerwehr, Krankenhäuser und Energieversorgung usw. zur „kritischen Infrastruktur“ gehören würden, Covid 19 schon nach fünf Tagen nicht mehr infektiös sei und deshalb die Quarantänezeit für Schüler*innen und Beschäftige an den Schulen halbiert werden müsse.
Der kleine Unterschied zwischen Schulen und der übrigen „kritische Infrastruktur“ ist nur, dass in den letzten Monaten für die genannten Bereiche Notfallpläne erarbeitet wurden und die notwendigen organisatorischen und schützenden Maßnahmen für die Beschäftigten getroffen wurden. Von Notfallplänen oder gar echten Schutz- und Präventionsmaßnahmen für die Schüler*innen und Kolleg*innen an den Schulen findet sich im heutigen Beschluss der KMK jedoch mal wieder kein Wort, ….. so etwas würde Geld kosten. Obwohl seit spätestens Sommer klar war, dass die nächste Coronawelle kommen würde und das Virus mutiert, wurde zumindest in Schleswig-Holstein in dieser Beziehung Stillstand praktiziert. Stattdessen beschließt die KMK nun mitten in einer immer dramatischer werdenden Infektionslage ein Experiment mit ungewissem Ausgang im „Versuchslabor Schule“ durchzuführen. Das Motto dafür soll wohl lauten: Das wird schon irgendwie gutgehen. Und wenn nicht, haben eben die Betroffenen Pech gehabt und die Schulen vor Ort Schuld.
Wenn man bedenkt, dass einige der Bildungsminister*innen auch für den Bereich Wissenschaft zuständig sind, muss man beim Lesen solcher Beschlüsse der KMK ernsthafte Sorgen nicht nur um die Schulen, sondern zusätzlich auch um den Forschungsstandort Deutschland machen!
Nachtrag 06.Jan.:
Die KMK und, heute morgen live im Fernsehen, Ministerin Prien setzen allein auf „testen, testen, testen“ in den Schulen. Das Hamburger Abendblatt berichtet heute morgen auf der Titelseite und auf Seite 12/13, dass nach den Aussagen der Ärzteschaft die Antigen Schnelltests einen Großteil der Omikron Infektionen gar nicht erkennen können. Ansteckend sind die Erkrankten mit „milderen Verläufen“ trotzdem.
GCL.
* KMK = Kultusministerkonferenz
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Die Omikron Infektionen an den Schulen des Kreises Segeberg häuften sich schon in den Tagen vor Weihnachten. Noch zwei Tage vor Beginn der unterrichtsfreien Zeit über Weihnachten und Neujahr wurden vom Gesundheitsamt Segebergs viele Schüler*innen und eine ganze Reihe von Lehrkräften und Kita-Beschäftigte in eine 14-tägige Quarantäne geschickt. Dabei galten überraschende Unterschiede. In zwei Wochen Quarantäne mussten nur die Lehrkräfte, die im Kreis Segeberg wohnen, für Pinneberger galt dies nur vielleicht. Die Lehrkräfte dagegen, die aus Kiel und anderen Landkreisen einpendeln, mussten nicht oder nur kurz in Quarantäne und diejenigen Kolleg*innen, die in Hamburg wohnen, überhaupt nicht. Gleichzeitig konnten sich aber Lehrkräfte einer anderen Schule im Süden des Landkreises, an der es ebenfalls eine Reihe von Omikron Fällen gab, unabhängig von ihrem Wohnort mittels PCR Test frei testen. Nachvollziehbar war schon dies alles nicht mehr.
Nun, kurz vor Wiederbeginn des Unterrichts, erfahren die Schulen, dass trotz dramatisch steigender Infektionszahlen ab sofort in den Schulen des Kreises vom Gesundheitsamt überhaupt keine Covid 19 Untersuchungen mehr durchgeführt werden. Begründet wird dies damit, dass die Personen in Kitas und Schulen gar nicht zu den Risikogruppen gehören würden! Diese veränderte Einschätzung verwundert. Spätestens mit dem Bekanntwerden der neuen Covid-19 Variante wurde vor der neuen, noch stärkeren Infektionswelle gewarnt, die besonders die jüngeren Bevölkerungsgruppen treffen würde. Doch passierte in Sachen aktiver Coronaschutz an den Schulen kaum etwas.
Bildungsministerin Prien arbeitet zwar seit Herbst intensiv an ihrem neuen Image als Zukunftshoffnung der Bundes-CDU und als Macherin im neuen Amt als Leiterin der KMK. Außer der ständigen Wiederholung der Phrasen „die Schulen bleiben offen“ und „ich habe in der Pandemie viel gelernt“ kam aus Kiel trotzdem wenig Hilfreiches. Nicht einmal FFP2 Masken erreichten die Schulen und Kitas. Auch die digitale Ausstattung der Schulen des Landes stockt immer noch. Bei ihrer Ablehnung von Luftfiltern für Klassenräume beruft Prien sich weiter auf ein zwei Jahres altes Gutachten des Bundesumweltamtes, obwohl eine ganze Reihe wissenschaftlicher Studien seitdem zu ganz anderen Ergebnissen kam. Ehrlicher war da die für Schulen zuständige Vertreterin der Stadt Norderstedt, die in einem Beitrag der Norderstedter Zeitung (3.8.21) die Anschaffung von Luftfiltern mit Verweis auf die hohen Anschaffungs- und Stromkosten ablehnte. So viel ist dem Schulträger die Gesundheit der Schüler*innen und Lehrkräfte wohl nun doch nicht wert. Stattdessen wurden CO2 Messgeräte angeschafft, die natürlich nicht geeignet sind die Virenlast in Klassenräumen zu messen, geschweige denn diese zu verringern. Dafür sind sie aber deutlich preiswerter als Luftfilteranlagen.
Wie viel Zeit ging so verloren! Zu befürchten ist nun, dass sich das Thema „Präsenzunterricht“ schon in absehbarer Zeit von selbst erledigt, weil sich noch viel mehr Kolleg*innen und Schüler*innen anstecken.
GCL.
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Dazu auch die Presseerklärung der Landes GEW vom 05. Jan. 2022:
Pressemitteilung der GEW Schleswig-Holstein
Am kommenden Montag enden in Schleswig-Holstein die Weihnachtsferien. Die Omikronwelle lässt die Bildungsgewerkschaft GEW voller Sorgen auf den Schulstart blicken. Für einen halbwegs sicheren Schulbetrieb fordert sie von der Landesregierung für die Schulen tägliche PCR-Tests, eine Rückkehr zur Kohortenbildung sowie die Bereitstellung von Luftfilteranlagen und FFP2-Masken.
Grundsätzlich tritt die GEW für eine Beibehaltung des Präsenzunterrichts in den Schulen ein. Wegen umfangreicher Infektionen und Quarantänemaßnahmen rechnet sie aber damit, dass der Präsenzunterricht nicht überall aufrechterhalten werden kann.
„Es hilft niemandem, den Distanzunterricht zu tabuisieren. Die Landesregierung macht es sich entschieden zu einfach, indem sie nur auf Präsenzunterricht setzt, ohne die Schulen dabei ausreichend zu unterstützen. Wenn wir die Infektionslage realistisch betrachten, wird uns gar nichts anderes übrig bleiben, als an manchen Schulen oder gar Regionen in den Distanzunterricht zu wechseln“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Mittwoch, 5. Januar 2022 in Kiel.
In Dithmarschen läge die Inzidenz bei über 600, in anderen Kreisen bei über 500, so die GEW-Landesvorsitzende. Für die Gesundheit von Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern wäre es mancherorts sicherlich klüger, rechtzeitig zum Distanzunterricht zu wechseln, bevor sich erst viele anstecken oder in Quarantäne müssen.“
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Die GEW Kreisverband Segeberg bietet für ihre Mitglieder vom Freitag, 11.03. – Samstag, 12.03.2022 ein zweitägiges Fortbildungswochenende in Bad Segeberg zum Thema Konfliktstrategien im schulischen Umfeld an. Das Seminar wird inhaltlich von dem Team von HOLZRICHTER-BERATUNGEN gestaltet, mit dem unserer GEW Kreisverband schon mehrfach zusammengearbeitet hat. Alle wichtigen Informationen zu den Inhalten und zum Programm dieses Seminars sowie zur Anmeldung für diese Veranstaltung finden sich unter dem folgenden link (PDF-Datei):
GEW 2022 Einladung Konfliktlösungsstrategien im schulischen Umfeld“
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// Landesvorsitzende //
An den
Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein
Herrn Daniel Günther
Staatskanzlei
Düsternbrooker Weg 104
24105 Kiel
Per Mail
Zur Kenntnis:
Finanzministerin Monika Heinold
Offener Brief zur Übertragung des Tarifergebnisses
auf die Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger
Sehr geehrter Herr Günther,
ähnlich wie unsere Kolleginnen und Kollegen von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) wenden wir uns heute mit einem Offenen Brief an Sie. Hintergrund ist die Entscheidung Ihrer Landesregierung, die Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger für 14 Monate von der Einkommensentwicklung weitestgehend abzukoppeln.
Erst zum 1. Dezember 2022 soll für diese Gruppe die Erhöhung der Versorgungsbezüge erfolgen. Das ist absolut inakzeptabel. Vor allem unter unseren direkt betroffenen Kolleginnen und Kollegen ruft Ihre Entscheidung Unmut und Empörung hervor. Die mit den Gewerkschaften vereinbarte Erhöhung um 0,6 Prozent zum 1. Juni 2022 ändert daran nichts. Denn das Land kommt als Dienstherr seiner Alimentationsverpflichtung gegenüber den Versorgungs-
empfängerinnen und -empfängern im Kern schlichtweg nicht nach.
Im November 2019 haben die Landesregierung und die Spitzenorganisationen einen Vertrag geschlossen, in dem es u.a. heißt: „Die schleswig-holsteinische Landesregierung wird einen Gesetzentwurf vorlegen, der die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des nächsten Tarifabschlusses der Tarifgemeinschaft deutscher Länder mit den Gewerkschaften auf die Beamtinnen und Beamten sowie Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger des Landes vorsieht.“
Wir erwarten, dass die Landeregierung diesen Vertrag auch dem Sinn nach vollumfänglich erfüllt. Eine Entkopplung von Besoldung und Versorgung und die damit verbundene einseitige Benachteiligung der Versorgungsempfängerinnen und -empfänger lehnen wir ab.
Die Corona-Sonderzuwendung stellt für die aktiven Beamtinnen und Beamten auch eine Überbrückung des langen, 14-monatigen Zeitraums ohne prozentuale Erhöhung bei der Besoldung dar. Wir halten es für zwingend erforderlich, ebenso für die Versorgungsempfängerinnen und -empfänger eine Kompensation vorzusehen. Unsere Kolleginnen und Kollegen müssen sich schließlich darauf verlassen können, bei der Einkommensentwicklung nicht auf der Strecke zu bleiben.
In einem Video-Gespräch des DGB und seiner Gewerkschaften am 2. Dezember 2021 mit der Finanzministerin des Landes Schleswig-Holstein, Frau Heinold sowie dem Chef der Staatskanzlei, Herrn Schröder zur Übertragung des aktuellen Tarifergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten sowie Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger wurde seitens er Landesregierung keinerlei Kompromissbereitschaft signalisiert, wogegen sich der DGB und seine Gewerkschaften entschieden aussprachen.
Eine Einmalzahlung an die Versorgungsempfängerinnen und -empfänger, auch reduziert auf die individuellen Versorgungsansprüche unter Steuerpflicht, wurde kategorisch abgelehnt. Auch unser Vorschlag, als Kompensation zumindest die Selbstbehalte für die Beihilfe für die Versorgungsempfängerinnen und -empfänger abzuschaffen, fand keine Zustimmung.
Die Verweigerungshaltung der Landesregierung stößt bei der GEW und ihren Mitgliedern auf scharfe Ablehnung. Die inhaltliche Abkehr beim vereinbarten Vertragstext, ob juristisch einwandfrei oder nicht, empfinden wir als unfair und völlig unangemessen. Wir erwarten von Ihnen und Ihrer Landesregierung Gesprächs- und Kompromissbereitschaft, damit wir nicht in einen unnötigen Konflikt geraten. Setzen Sie auf Dialog statt auf Konfrontation!
Für Gespräche stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Astrid Henke
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Seit Anfang Oktober 2021 verhandeln die Gewerkschaften mit den Ländern über eine Gehaltserhöhung. „5 Prozent mehr, mind. jedoch 150 €“, so ihre Forderung. Was die Gewerkschaften in Rage bringt: Auch in der zweiten Verhandlungsrunde haben die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt, so dass die Unzufriedenheit bei den Beschäftigten wächst. Die DGB-Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes ver.di, GdP und GEW rufen daher in der kommenden Woche an verschiedenen Tagen zu aktiven Mittagspausen (GdP am Montag)), Demonstrationen (ver.di) und Warnstreiks (ver.di und GEW) auf. Der Warnstreik der Bildungsgewerkschaft GEW findet am kommenden Freitag, 26. November statt.
„Die Länder mauern. Die Länder blockieren. Die Länder legen noch nicht einmal ein schlechtes Angebot vor. Ohne gewerkschaftliches Engagement werden die Erfolgsaussichten auf einen guten Tarifabschluss also genauso düster bleiben wie das momentane Wetter. Wir rufen daher alle unsere beim Land beschäftigten Mitglieder für den kommenden Freitag zum Warnstreik auf“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke nach einer Sitzung des Landeshauptausschusses ihrer Gewerkschaft am Freitag, den 19. November in Rendsburg. Warnstreiks werde es bei den Kitas des Studentenwerks, Schulen und Hochschulen geben.
Für die GEW-Landesvorsitzende steht außer Frage: „Egal ob in Schulen, Kindertagesstätten des Landes, Hochschulen, bei der Polizei oder in der Verwaltung: Die Landesbediensteten haben für ihre Arbeit eine angemessene Bezahlung verdient.“ Sie wies darauf hin, dass in den vergangenen Monaten die Inflation stark angestiegen sei. Die von den Gewerkschaften geforderten 5 Prozent würden gerade einmal die steigenden Lebenshaltungskosten ausgleichen. Astrid Henke: „Und selbst diesen Ausgleich, möchten die Arbeitgeber uns nicht zugestehen, obwohl Strom, Gas, Wasser, Lebensmittel und Miete immer teurer werden. Deshalb müssen wir zum Warnstreik aufrufen!“
Neben der Gehalterhöhung fordert die GEW die stufengleiche Höhergruppierung für die Tarifbeschäftigten Lehrkräfte und einen Tarifvertrag für die studentischen Beschäftigten an Hochschulen.
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Für eine Rückkehr zur Maskenpflicht im Unterricht in Schulen hat sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ausgesprochen. Wegen der ungünstigen Entwicklung bei den Inzidenzahlen in der vergangenen Woche hält die Bildungsgewerkschaft diese Vorsichtsmaßnahme für notwendig.
„Die Entwicklung ist besorgniserregend. Deshalb müssen wir leider sofort zu strengeren Maßnahmen zurückkehren. Denn auch in Schleswig-Holstein steigen die Zahlen von Tag zu Tag. Bildungsministerin Prien muss jetzt handeln und die Maskenpflicht im Unterricht wieder einführen“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Montag, 15. November 2021. Vor allem der bundesweit heftige Anstieg, lasse auch in Schleswig-Holstein eine Verschlimmerung der Lage befürchten, wenn jetzt nicht entschlossen gegengesteuert werde.
Die GEW-Landesvorsitzende betonte, dass sie sich aus pädagogischen Gründen eine andere Lösung gewünscht hätte. Andererseits hätten die Schülerinnen und Schülern im Laufe der Pandemie beim Tragen der Masken große Disziplin gezeigt, so dass sie die Rückkehr zur Maske sicherlich ohne allzu große Probleme bewältigen würden.
Um den Gesundheitsschutz für Lehrkräfte in den Schulen und das pädagogische Personal in den Kindertagesstätten zu gewährleisten, forderte Astrid Henke, für diese Gruppe einen Zugang zu Booster-Impfungen sicherzustellen.
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Fünf Prozent mehr, mindestens 150,- Euro!
Bei der Tarifrunde 2021 für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) geht es um die allgemeine Lohnerhöhung für rund eine Million Beschäftigte.
Fünf Prozent sind fair, weil die Beschäftigten die Schulen, Hochschulen, Kitas und sozialen Einrichtungen in der Krise am Laufen gehalten haben. Fünf Prozent sind nötig, weil die Lebenshaltungskosten stark ansteigen. Fünf Prozent sind sinnvoll, weil die Lohnpolitik der Krise nicht hinterhersparen darf und der öffentliche Dienst ein Vorbild sein muss.
Ein bisschen Klatschen reicht nicht!
Wieder einmal zeigt sich bei der aktuellen Tarifauseinandersetzung die mangelnde Qualität der Bundesländer als Arbeitgeber. Die Tarifgemeinschaft der Länder lehnt nicht nur alle strukturellen Forderungen der Gewerkschaften z.B. nach Verbesserungen bei den Eingruppierungen der Beschäftigten und nach einem Tarifvertrag für studentische Beschäftigte an Universitäten pauschal ab. Beim Geld sind die Länder nicht bereit, die Preissteigerungsrate auszugleichen. Mit zunehmendem Realitätsverlust leugnet die Vertretung der Bundesländer die stark steigende Inflationsrate. Die dazu vorliegenden Zahlen aller Wirtschaftsinstitute seien angeblich übertrieben und müssten im Tarifstreit nicht berücksichtigt werden!
Durch diese Verweigerungshaltung drohen massive Reallohnverluste für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst!
Es kann nicht sein, dass die Kolleginnen und Kollegen die Kosten der Corona Pandemie bezahlen sollen, während gleichtzeitig Aktienkurse und Dividenden wieder steigen und große Vermögen für unantastbar erklärt werden …. und die Unterschiede zwischen „denen da oben“ und dem großen Rest der Gesellschaft immer größer werden.
Die GEW und die anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes rufen deshalb in den nächsten Wochen ihre Mitglieder im Geltungsbereich des Länder-Tarifvertrags bundesweit zu Warnstreiks auf.
Ende November findet die dritte Runde der Verhandlungen statt. Bis dahin müssen die Arbeitgeber so viel Druck spüren, dass sie endlich ein gutes, wertschätzendes Angebot vorlegen!
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Wie Beamtinnen und Beamte im Tarifkonflikt und bei Streiks helfen können
Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat entschieden, dass die Besoldung von Beamtinnen und Beamten sich an den Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst orientieren soll. Es geht also bei den Tarifauseinandersetzungen auch um die Besoldung der Beamt*innen! Zwar dürfen nach einem Urteil desBVerfG Beamtinnen und Beamte selbst nicht streiken, doch auch die beamteten Kollegen und Kolleginnen haben durchaus Möglichkeiten bei den Warnstreiks zu helfen:
Geht zu den Streikkundgebungen! Auch beamtete Lehrerinnen und Lehrer und Versorgungsempfängerinnen und -empfänger können daran teilnehmen. Je mehr Menschen zu den Demonstrationen und Kundgebungen kommen, umso größer wird der Druck auf die Arbeitgeberseite.
Zeigt euch am Arbeitsplatz in den Schulen solidarisch mit den angestellten Kolleginnen und Kollegen, die ihr Streikrecht wahrnehmen. Damit der Streik nicht an Bedeutung verliert, können Beamtinnen und Beamte die Vertretung der streikenden Lehrerinnen und Lehrer verweigern. Sprecht darüber im Kollegium und mit der Schulleitung. Schon 1993 das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass der Einsatz von Beamtinnen und Beamten zur Vertretung streikender Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer verfassungswidrig ist, weil dadurch die Tarifautonomie ausgehöhlt wird.
Ein Streik von Lehrkräften hat zwangsläufig Konsequenzen für den Schulalltag, sonst wäre er zwecklos. Verteidigt die Kolleginnen und Kollegen, die stellvertretend auch für Euch im Arbeitskampf sind, gegen Vorwürfe von Seiten der Eltern, der Öffentlichkeit oder der Schulleitungen!
Weitere Informationen zum Tarifkonflikt bei der Bundes GEW
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Liebe Segeberger GEW-Mitglieder,
diese neue Fortbildungsreihe ist im Prinzip die Fortsetzung unserer laufenden wöchentlichen Fortbildungen mit Thurid Holzrichter und Mara Santer.
Da fast alle derjenigen, die daran teilgenommen haben, weiter machen möchten, hat unser GEW-Kreisvorstand entschieden, noch eine weitere Fortsetzung anzubieten. Es können aber gern auch noch ein paar „neue“ Interessierte teilnehmen.
Wir treffen uns dienstags um 19:30 Uhr für eine Stunde digital. In dieser Zeit erhaltet ihr Tipps und Tricks und bekommt Arbeitsblätter, die euch, wenn ihr mögt, durch die Woche begleiten. Diese Veranstaltungsreihe beschäftigt sich mit der Bewältigung der Coronazeit und will helfen, diese außergewöhnlichen Belastungen aufzuarbeiten.
Damit auch GEW-Mitglieder, die selber kleine Kinder haben und besonders belastet sind, gut teilnehmen können, haben wir uns statt eines Fortbildungstages für kleine, bewältigbare Häppchen entschieden, die ihr dann immer dienstags abends präsentiert bekommt und die euch anregen sollen, über die Woche kleine Dinge anders zu machen – bis es am nächsten Dienstag die nächsten kleinen Häppchen gibt.
Wenn man einen Termin mal nicht wahrnehmen kann, ist es überhaupt kein Problem und alle Unterlagen und Übungen sind Angebote, die man wahrnehmen kann oder auch nicht, so macht man nur das, was auch zu einem passt und lässt die nichtpassenden Sachen weg.
Wenn ihr teilnehmen wollt, meldet euch bitte möglichst bald bei unter sabineduggen@live.de an. Da die Teilnehmerzahl begrenzt werden muss, geht es der Reihenfolge der Anmeldungen nach.
Gruß,
Sabine
(für den Kreisvorstand)
Neue Reihe für Lehrkräfte

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