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Juni 13th, 2021 by GEW

Alle Kolleg:innen an den Schulen wissen, die letzten Wochen eines Schuljahres sind purer Stress und müssen deshalb zeitlich gut organisiert sein, da sich neben dem Unterricht die Termine häufen. Nach Ende der Abschlussprüfungen und der Korrektur der letzten Arbeiten und Klausuren stehen die Zeugniskonferenzen an. Danach müssen die Zeugnisnoten von den Lehrkräften in die Zeugnisprogramme übertragen werden. Außerdem werden Fehltage der Schülerinnen und Schüler gezählt und die Zeugnisbemerkungen formuliert und eingetragen. Anschließend müssen alle Zeugnisse noch geprüft und von den Schulleitungen unterschrieben werden. All dies findet in einem Zeitraum von in der Regel weniger als zwei Wochen statt. Die besonderen Bedingungen unter Corona erschweren diesen Prozess in diesem Jahr noch zusätzlich.

Wenig hilfreich ist es dann, wenn vom Ministerium innerhalb einer Woche in der Zeugnisverordnung dreimal die Bestimmungen zum Zählen der Fehlzeiten der Schülerinnen und Schüler verändert werden. Viele Kolleg:innen mussten ihre Zeugniseinträge deshalb mehrfach korrigieren. Was sich auf den ersten Blick vielleicht einfach anhört, ist bei Betrachtung der an den Schulen verwendeten, teilweise völlig veralteten Schulverwaltungs- und Zeugnissoftware ein zeitaufwendiges Verfahren.  Der Datensatz eines jeden Schülers und jeder Schülerin muss einzeln aufgerufen und dann gemäß den Bestimmungen in der geänderten Zeugnisordnung angepasst werden.

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Die Regelungen zum Eintrag der Fehlzeiten  im chronologischen Verlauf:

Die Corona-Schulinformation 2021 – 034 vom 19 .Mai enthielt zum Eintrag der Fehlzeiten in die Zeugnisse folgende Regelung:

„ ….Die Tage einer Beurlaubung von der Präsenzpflicht nach § 15 SchulG wegen der Coronapandemie sind daher als Tage entschuldigten Fehlens im Zeugnis zu erfassen. Dies ist unabhängig davon, ob die Schülerin oder der Schüler während der Beurlaubung schulische Aufgaben im häuslichen Bereich erledigt. …… Der Schul- und Unterrichtsbesuch im Sinne des § 15 Schulgesetz SH meint die Teilnahme an Präsenzveranstaltungen. Die schulische Mitarbeit im häuslichen Bereich ist kein Schul -oder Unterrichtsbesuch im Sinne des § 15 Schulgesetz SH. Eine Erläuterung im Zeugnis selbst zu diesen Fehltagen ist nicht möglich….

Diese Verordnung wurde am 01.Juni vom Bildungsministerium noch mal erläutert.   Auszug aus den Kieler Nachrichten vom 02.Juni:

„ …Das Bildungsministerium verweist auf die Zeugnisverordnung. Danach seien „Unterrichtsversäumnisse“ im Zeugnis einzutragen. Als solche würden Beurlaubungen wegen der Corona-Pandemie betrachtet, weil Schülerinnen und Schüler dann entschuldigt dem Unterricht fernbleiben. „Unabhängig davon, wie umfangreich ein Lernen in Distanz stattfindet und ob Leistungsnachweise erbracht werden, versäumen sie dennoch den Präsenzunterricht….  “

Nachdem diese Mitteilung Elternproteste hervorrief, gab das Bildungsministerin Prien am Nachmittag des 02.Juni eine Presseerklärung zum Thema Zensureneintrag heraus:

„ ….Grundsätzlich gilt, dass diese Beurlaubungstage nicht als Fehltage in Abgangs- oder Abschlusszeugnissen stehen. Da sich aber natürlich auch Schülerinnen und Schüler mit Zwischenzeugnissen bewerben, werden wir die Zeugnisverordnung so ändern, dass aufgrund der besonderen pandemischen Lage die pandemiebedingten Unterrichtsversäumnisse generell nicht bei der Zahl der Fehltage mitgerechnet werden. Auch weiterhin haben Eltern natürlich die Möglichkeit, eine Bestätigung über die pandemiebedingten Fehltage von ihrer Schule zu erhalten. Lassen Sie mich aber eines deutlich sagen: Zeiten, in denen Schülerinnen und Schüler im Distanzlernen waren, waren und sind keine Fehlzeiten oder Unterrichtsversäumnisse im Sinne des Schulgesetzes! Die Grundregel bleibt: Lediglich die Zeit, in der Schülerinnen und Schüler auf Grund einer Beurlaubung durch die Eltern nach § 15 Schulgesetz nicht am Präsenz- oder Wechselunterricht teilgenommen haben, sind entschuldigte Fehltage. Sie werden aber Corona bedingt nicht bei der Zählung der Fehltage auf dem Zeugnis mit angegeben….“

In der Corona-Schulinformation 2021 – 038 vom 04. Juni, die viele Schulen aufgrund eines Versandfehlers erst mit mehreren Tagen Verspätung erreichte, stand dann folgende Reglung:

„ …Damit zum auslaufenden Schuljahr die Lehrkräfte nicht in die Schwierigkeit geraten, entscheiden zu müssen, welche entschuldigten Unterrichtsversäumnisse pandemiebedingt angefallen sind, ist weiterhin entschieden worden, dass alle zum Ende dieses Schuljahres ausgestellten Zeugnisse grundsätzlich  keine entschuldigten Unterrichtsversäumnisse ausweisen, sondern vielmehr einen Hinweis auf die Besonderheit des Schuljahres unter Corona-Pandemiebedingungen enthalten. …“

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Unabhängig davon, dass die nun gefundene Regelung  … mal sehen, was noch kommt! … sinnvoll scheint, muss man doch fragen, ob so ein Regulierungschaos nicht vermeidbar gewesen wäre. Darauf hätte man doch etwas früher kommen können! Dass durch das Distanzlernen in Corona Zeiten eine neue Situation bei der Bewertung von Fehlzeiten entstand, hätte vom MBWK spätestens schon während des ersten Lockdowns erkannt werden müssen. Dass man erst auf Elternproteste und dann hektisch reagierte, spricht nicht gerade für ein vorausschauendes und überlegtes Handeln des Ministeriums unter Leitung von Frau Prien. Ausbaden müssen dies die Lehrkräfte und die Schulleitungen, wie ja auch schon in jüngster Vergangenheit durch regelmäßig viel zu kurzfristige Umsetzungsfristen zu immer neuen Erlassen und Corona Verordnungen. Deutlich wird auch diesmal wieder, dass das Ministerium und die Ministerin nur wenig Ahnung von den Abläufen und Prozessen in den Schulen haben.

Eine Kollegin formulierte ihren Protest sehr deutlich: „Ich finde es eine absolute Frechheit, wie hier vom Ministerium mit unseren zeitlichen Ressourcen umgegangen wird!…. Erst wird uns vorgeschrieben, dass wir alle Fehlzeiten eintragen sollen, dann sollen wir die Fehlzeiten auf den erteilten Präsensunterricht herunterrechnen, nur um jetzt alle eingetragenen Fehlzeiten wieder zu löschen und stattdessen eine Anmerkung in jedes Zeugnis einzutragen.  Ich fühle mich langsam ver…..! Wir verbringen mittlerweile gefühlt mehr als 60 bis 70 Prozent unserer Arbeitszeit mit Korrekturen und Verwaltungskram! …… und ich finde es absolut unmöglich, dass die da oben sich hinstellen und bestimmen „hin und her und wieder zurück und wieder nach vorne und nun ganz stopp“. Unser Kerngeschäft ist das Unterrichten und nicht das Bewältigen des Verwaltungschaos, das dieses Ministerium anrichtet!“

GerdCL GEW KV Segeberg

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Juni 10th, 2021 by GEW

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 viele von uns mussten wahrscheinlich auch schon absurde und unerfreuliche Erfahrungen mit dem Ministerium und den Landesbehörden machen. Wer erinnert sich nicht an nicht nachvollziehbare und nicht begründete Kürzungen und Schikanen bei der Abrechnung von Dienstreisen, an nicht bezahlte Mehrarbeit, an ausbleibende Unterstützung bei Auseinandersetzungen, die dienstliche Belange betrafen, an angezweifelte ärztliche Atteste oder an Versprechungen, die von Vorgesetzten vollmundig verkündigt wurden, aber dann nie eingelöst wurden, usw. Solche Fälle sagen viel darüber aus, wie wir Lehrer:innen und Beschäftige im Bildungsbereich des Landes Schleswig-Holstein vom Bildungsministerium und anderen Landesbehörden eingeschätzt und behandelt werden.

Erfahrungen zeigen z.B., dass häufig die Rückerstattung von Ausgaben der Kolleg:innen, die dienstlich veranlasst waren, abgeblockt wird. Wir können belegen, dass mit wirklich beeindruckendem personellen Aufwand die Zahlung selbst kleinster Summen in Frage gestellt wird. So muss man den Eindruck gewinnen, dass es bestimmten Behörden des Landes Schleswig-Holstein weniger um gesunde Finanzen als um Machtdemonstrationen gegenüber den Landesbeschäftigten geht.

Wir werden an dieser Stelle in der Zukunft unter der Rubrik Nachrichten aus Absurdistan solche Fälle aus dem Kreis Segeberg öffentlich machen. Es handelt sich ausdrücklich nicht um konstruierte Abläufe, sondern um reale Fälle, die wir geprüft haben und auch belegen können. Um die betroffenen Kolleg:innen zu schützen, haben wir uns aber dafür entschieden, deren Namen und Beschäftigungsort zu verändern bzw. nicht zu nennen. Dass uns dies notwendig erscheint, sagt ebenso viel über die Atmosphäre in Schleswig-Holstein und über unsere Arbeitgeber:in aus.

 Wenn Ihr uns und den Kolleg:innen ähnliche Erlebnisse mit der Landesbürokratie schildern wollt, sendet uns bitte einen kurzen Bericht, nach Möglichkeit auch Kopien von Bescheiden und weitere Belege zu. Wir garantieren euch die Anonymisierung, wenn wir darüber berichten.

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Unser Fall 1:

 Wer hilft, ist selber schuld und zahlt drauf!

 Was passiert eigentlich, wenn ein Kollege auf dringende Bitte seiner Schulleiterin und des Schulamtes seine persönlichen Interessen und private Planung zugunsten schulischer, dienstlicher Erfordernisse nach hinten stellt? Eine Belobigung oder ein Dankschreiben aus dem Ministerium? Nein, zum Dank erhält er eine Aufforderung, mehr als 1600 Euro in die Landeskasse einzubezahlen!

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 Der Bericht des Kollegen:

 >> Ich hatte Elternzeit für den ersten und dritten. Lebensmonat meiner Tochter Rieke beantragt und bewilligt bekommen (26.02.2020 geboren). Auf dringende Bitte meiner Schulleitung und in Absprache mit dem Schulamt SE habe ich die für den dritten Lebensmonat vorgesehene Elternzeit auf den Zeitraum vom 18.05.2020 bis zum 17.06.2020 verschoben. Der Grund für die schulische Dringlichkeit lag darin, dass zu diesem Zeitpunkt die Situation der Risikogruppen bzgl. COVID-19 noch unklar war und deshalb die ein größerer Teil der Kolleginnen und Kollegen, die dieser Gruppe angehören, zunächst krankgeschrieben waren oder im Homeoffice arbeiteten. Für die Durchführung der in Präsenz stattfindenden Abschlussvorbereitungen und Abschlussarbeiten entstand dadurch ein problematischer Mangel an Mathematiklehrkräften. Da ich selbst auch Mathematik unterrichte, wurde ich von meiner Schulleitung gebeten, meine Elternzeit zu verlegen, um einen ordnungsgemäßen Verlauf der anstehenden Prüfungen gewährleisten zu können. Ich habe in gutem Glauben zugesagt und mir zu diesem Zeitpunkt ehrlich gesagt niemals vorstellen können, dass mir aus dieser Entscheidung ein Nachteil erwachsen könnte. Ich hatte ja den Beginn meine Elternzeit nur etwas verschoben. Mein Verdienstausfall blieb also bezogen auf die Dauer meiner Elternzeit gleich. Auf mögliche finanzielle Folgen meiner Bereitschaft der Schule zu helfen, hatten mich keine meiner Dienstvorgesetzten aufmerksam gemacht.

 Umso größer war der Schreck, als mir dann ein Rückzahlungsbescheid über 1605 Euro zugeschickt wurde, mit der Begründung, dass mir das Elterngeld nur für die ursprünglich beantragten, ganzen ersten und dritten Kalenderlebensmonate unserer Rieke (also März und Mai) gezahlt würde. Ich hätte aber durch die Verschiebung meiner Elternzeit auf die vier Wochen von Mitte Mai bis Mitte Juni keinen Anspruch auf Elterngeld und müsse deshalb das bereits bezahlte Elterngeld zurückerstatten.

 Erst nach langen, sehr schwierigen und teilweise unerfreulichen Telefonaten mit dem Landesamt für soziale Dienste habe ich erreicht, dass der Rückzahlungsbescheid auf 879,68 Euro verringert wurde. Zumindest ein kleiner Erfolg! Man folgte meiner Argumentation, dass es ja wohl das Mindeste sei, den Monat anteilig zu berücksichtigen, in dem unsere Familie den größten Verdienstausfall hatte.

 Gegen den nun neu vorliegenden Bescheid habe ich natürlich Widerspruch eingelegt und diesem ein Schreiben meiner Schulleitung beigefügt, in dem die Gründe der Verschiebung der Elternzeit erläutert wurden. Mein Widerspruch wurde jedoch vom Landesamt für soziale Dienste abgelehnt. Das Amt besteht weiterhin darauf, dass ich 879,68 Euro „unrechtmäßig in Anspruch genommenes Elterngeld“ zurückzahle. <<

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 Die GEW-Rechtsschutzstelle in Kiel und der DGB Rechtsschutz in Lübeck haben sich mit der Angelegenheit befasst. Das Sozialgericht wollte allerdings aufgrund der Gesetzeslage keine Möglichkeit sehen, eine andere Entscheidung herbeizuführen. Letztendlich wird unser Kollege gezwungen sein, 879,68 Euro an das Landesamt für soziale Dienste zu bezahlen. Eine verdammt hohe Summe für eine junge Familie! Keine seiner Vorgesetzt:innen fühlt sich für diese Fall verantwortlich: weder die Schulleiterin, noch die Schulräte, das Bildungsministerium und auch nicht der Schulträger. Die GEW-Rechtsschutzstelle bleibt dennoch „dran“.

 Unser vorläufiges Fazit könnte lauten: „Selber schuld“? Warum hilft der Kollege auch in einer Notlage seiner Schule und stellt seine persönliche Planung hinten an? Klar ist jedoch: beim nächsten Mal wird er es besser wissen! … und die Kolleg:innen an den Schulen und Kitas auch. Wer hilft, zahlt in diesem Land unter Umständen drauf!

GerdCL

GEW KV Segeberg

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Juni 8th, 2021 by GEW

Einladung für GEW-Mitglieder an Kita und Schule

„Selbstfürsorge in Pandemiezeiten“

Wie wir unsere innere Balance schützen können, Ressourcen stärken und den Blick nach vorne richten…

ab Mittwoch, 4.8.21

Liebe GEW-Mitglieder,

der Segeberger GEW-Kreisvorstand möchte euch die gleiche Fortbildungsreihe, die seit Ostern läuft, auch nach den Sommerferien anbieten.

Diese Veranstaltung richtet sich an alle, die in der jetzigen Zeit etwas für sich und seine innere Balance tun wollen.

Wir treffen uns neunmal jeweils am Mittwoch um 20 Uhr für eine Stunde digital. In dieser Zeit erfahrt ihr, wie ihr mit mehr Selbstfürsorge durch den sehr fordernden Arbeitsalltag kommen werdet. Ihr erhaltet Tipps und Tricks und bekommt Arbeitsblätter, die euch, wenn ihr mögt, durch die Woche begleiten. So stärkt ihr euch Tag für Tag in eurer Achtsamkeit, in eurer Selbstwertschätzung und in eurer Selbstakzeptanz.

Damit auch Eltern mit kleinen Kindern gut teilnehmen können, haben wir uns statt eines ganzen Fortbildungstages für kleine, bewältigbare Häppchen entschieden, die Ihr dann immer mittwochs abends präsentiert bekommt und die euch anregen sollen, über die Woche kleine Dinge anders zu machen – bis es am nächsten Mittwoch die nächsten kleinen Häppchen gibt.

Wenn ihr teilnehmen wollt, meldet euch bitte möglichst bald unter duggen[at]gew-sh[dot]de an. Da die Teilnehmerzahl begrenzt werden muss, geht es der Reihenfolge der Anmeldungen nach.

Termine und Themen:

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Juni 8th, 2021 by GEW

Einladung für GEW-Mitglieder an Kita und Schule

„Resilienztraining“

Stress meistern, sich abgrenzen, achtsam und selbstfürsorglich handeln

ab 31.8.21

Liebe Segeberger GEW-Mitglieder,

diese Fortbildungsreihe ist im Prinzip eine Fortsetzung unserer seit Ostern laufenden wöchentlichen Fortbildung mit Thurid Holzrichter.

Da fast alle derjenigen, die daran teilgenommen haben bzw. noch bis zu den Sommerferien teilnehmen, weiter machen möchten, hat unser GEW-Kreisvorstand entschieden, diese Fortsetzung anzubieten. Es können aber gern auch noch ein paar „neue“ Interessierte teilnehmen.

Thurid Holzrichter, Mutter dreier kleiner Kinder, die für die Segeberger GEW schon lange richtig gute Veranstaltungen macht, wird uns durch die Dienstage führen. Sie ist Diplom-Psychologin und leitet das Netzwerk HOLZRICHTER-BERATUNGEN seit 2010. In diesem Zusammenhang berät sie mit ihrem Team deutschlandweit Schulen und Kitas zu Themen wie Gesundheit, Wohlbefinden, Kommunikation und Veränderungen. Sie hat zwei Fachratgeber zum Thema Selbstfürsorge im Verlag an der Ruhr geschrieben und kennt sich bestens mit den Belastungen von Kita- und Lehrkräften aus und hat in ihrer Arbeit zahlreiche praktische Hilfestellungen entwickelt, mehr Selbstfürsorge in den Tag zu integrieren.

Wenn ihr teilnehmen wollt, meldet euch bitte möglichst bald unter duggen[at]gew-sh[dot]de an. Da die Teilnehmerzahl begrenzt werden muss, geht es der Reihenfolge der Anmeldungen nach.

Termine (jeweils 20:00 bis 21:00 Uhr) und Themen

 

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Juni 1st, 2021 by GEW

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Juni 1st, 2021 by GEW

Presseerklärung der GEW 

GEW: „Trotz Digitalisierungsschub: eklatante Techniklücken, Ungleichheiten und starke Belastung der Lehrkräfte“

Bildungsgewerkschaft stellt Studie „Digitalisierung im Schulsystem“ vor

Frankfurt a.M. – Die Digitalisierung in der Schule hat durch die Corona-Pandemie einen Schub bekommen. Trotzdem gibt es weiterhin eklatante Lücken bei der technischen Ausstattung. Gleichzeitig hat sich die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte verändert und ist noch einmal gewachsen. Eine der größten Herausforderung stellt zudem die Kluft zwischen digitalen Nachzügler- und digitalen Vorreiter-Schulen dar. Das Lernen mit digitalen Medien und Tools wird an deutschen Schulen extrem ungleich umgesetzt. Es gibt gewaltige Unterschiede bei der digitalen Infrastruktur. Das sind die Ergebnisse der repräsentativen Studie „Digitalisierung im Schulsystem-“, die die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Dienstag in Frankfurt a.M. vorgestellt hat.

„WLAN für alle ist bisher häufig Fehlanzeige. Nur 70 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer arbeiten an Schulen, an denen es WLAN für alle Lehrkräfte gibt. Die Hälfte der Schulen hat kein WLAN für die Schülerinnen und Schüler“, sagte Studienleiter Frank Mußmann von der Universität Göttingen. Lediglich 57 Prozent der Lehrkräfte arbeiteten an Schulen, an denen es für den Unterricht genügend digitale Geräte gibt. 58 Prozent nutzten regelmäßig Lernmanagementsysteme – vor der Pandemie waren dies lediglich 36 Prozent. „Eine Cloudanbindung ist jedoch noch nicht selbstverständlich: Ein Viertel der Schulen hat keine Schulcloud, nur 40 Prozent arbeiten mit einer schulübergreifenden Bildungscloud“, betonte Mußmann. Bis heute stünden nur in 18 Prozent der Fälle für alle Lehrkräfte digitale Endgeräte der Schule zur Verfügung, für weitere 30 Prozent teilweise. „Deshalb greifen 95 Prozent der Lehrkräfte zur Selbsthilfe und setzen ihre privaten elektronischen Geräte wie Handy, Computer oder Tablet häufiger als vor der Pandemie ein“, sagte der Studienleiter. „Nur in 50 Prozent der Fälle ist eine technische Unterstützung gewährleistet. Das führt zu Zusatzaufgaben, die Lehrkräfte on-top zu den pädagogischen und organisatorischen Aufgaben leisten müssen“, stellte Mußmann fest. Am Ende zeigten sich dann tatsächlich auch Unterschiede bei der pädagogischen Nutzung digitaler Techniken im Unterricht und den Chancen der Schülerinnen und Schüler, elementare digitale Kompetenzen zu erwerben. „Es ist nicht gut für eine Demokratie, wenn nur 34 Prozent der Schülerinnen und Schüler in digitalen Nachzügler-Schulen lernen, wie sie prüfen können, ob sie sich auf Informationen im Internet verlassen können“, betonte Mußmann.

Die Corona-Krise habe zu erheblichen Zusatzbelastungen der Lehrkräfte geführt. „Neun von zehn Lehrkräften haben einen höheren Arbeitsaufwand durch Fernunterricht. Knapp zwei Drittel der Lehrkräfte benennen den Wechselunterricht als Grund für eine stärkere Arbeitsbelastung“, betonte Mußmann. Zudem sei die Arbeitsbelastung dadurch gestiegen, dass analoge in digitale Materialien überführt wurden, die digitalen Kompetenzen und die Ausstattung der Schülerinnen und Schülern sehr unterschiedlich sind sowie mehr Kommunikation notwendig ist. „Die Dynamik der Corona-Pandemie und die Digitalisierung verstärken die angespannte Arbeitssituation an den Schulen und die ohnehin schon bekannten hohen Belastungen und Entgrenzungserfahrungen der Lehrkräfte“, hob Mußmann hervor. Dennoch hätten Lehrkräfte und Schulen mit bemerkenswertem Engagement pragmatische Lösungen gefunden, um digitale Medien und Technik einzusetzen, sowie digitale Lehr- und Lernkonzepte entwickelt und umgesetzt.

„Die Lehrkräfte müssen sich auf die pädagogischen Aufgaben konzentrieren können“, mahnte Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied Schule, an. „Wir brauchen endlich mehr IT-Fachleute für den technischen Support, die Gelder für die Einstellung etwa von Systemadministratoren stehen bereit. Diese Mittel müssen endlich abgerufen und verstetigt werden. Digitale Werkzeuge sollen die Lehrkräfte pädagogisch unterstützen – und nicht zu einer Dauerbaustelle werden.“

Ansgar Klinger, GEW-Vorstandsmitglied Berufliche Bildung und Weiterbildung, unterstrich: „Die Bildungsgewerkschaft fordert schon lange eine bessere digitale Infrastruktur an den Schulen. Die eklatanten Lücken in der digitalen Ausstattung und die Mehrfachbelastung in der Pandemie führen zu einer nicht zu verantwortenden Arbeitsbelastung der Lehrkräfte an Schulen und einer zunehmenden digitalen Kluft. Diese Entwicklung müssen wir stoppen und nachhaltig umkehren, damit Schulen sowie Schülerinnen und Schüler nicht weiter abgehängt werden.“

Info: In der Studie „Digitalisierung im Schulsystem. Herausforderung für Arbeitszeit und Arbeitsbelastung von Lehrkräften“ wurden im Januar und Februar 2021 Lehrkräfte der Sekundarstufe I und II aus allen Bundesländern befragt. Die Studie erlaubt bundesweit repräsentative Befunde. Sie wurde an der Georg-August-Universität in Göttingen unter der Leitung von Frank Mußmann, Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften, in Zusammenarbeit mit dem Umfragezentrum Bonn durchgeführt. Das Konsortium hat untersucht, wie Schulen und Lehrkräfte auf die Herausforderungen der Digitalisierung in Pandemie-Zeiten reagieren, wie sich ihre Arbeit, ihre Arbeitszeit und ihre Belastungen verändert haben und welche Chancen und Risiken digitale Arbeitsformen für die Lehrkräfte bergen. Die Studie zeigt zudem zentrale Entwicklungs- und Gestaltungsbedarfe auf und gibt Empfehlungen für die Zukunft. Ein wissenschaftlicher Abschlussbericht mit weiteren Befunden und Analysen ist für September geplant.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Herrn Rödde über ulf.roedde@gew.de.

Ulf Rödde
GEW-Hauptvorstand
Pressesprecher und Redaktionsleiter „Erziehung und Wissenschaft“

 

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Juni 1st, 2021 by GEW

Achtung Satire!

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Richtungsweisende Aussagen des Ministers für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Der Bildungsminister des Landes Schleswig-Holstein, Karin Prien, zeigt deutlich Flagge und welchen deutschen Geistes Kind er ist. Nachdem in der letzten Woche schon der CDU-Landesverband Hamburg die Lösung für die größte Bedrohung in unserer Zeit, das sogenannte Gendern, gefunden hat und nun ein allgemeines Verbot der Gendersprache in staatlichen Institutionen fordert, fühlte sich am Sonnabend auch Bildungsminister Prien verpflichtet, in einem Interview mit den Kieler Nachrichten [1] zu diesem Thema ein Machtwort zu sprechen.

Der Bildungsminister betonte gegenüber dem durch seine Neutralität beeindruckenden Interviewer der KN, dass es einen Kulturkampf gebe, in dem eine kleine Minderheit durch eine erzwungene gendergerechte Veränderung der Sprache mit Gewalt politische Konzepte durchsetzen wolle.

[Geführt wird, so scheint es, diese kriegerischen Auseinandersetzung von der notorisch Iinks-grün versifften Lehrerschaft des Landes, die mit der perfiden Waffe des Rot!-Stiftes kämpft. Bedrohlich ist auch die subversiv-feministische Kampfgruppe der Duden Redaktion, die gerade daran arbeitet, zwangsweise 12000 gendergerechte Personengruppen- und Berufsbezeichnungen in die nächste Ausgabe des Dudenmachwerks aufzunehmen.]

Der Bildungsminister, Karin Prien, erklärte, dass Sprache sich ständig verändere, in Schleswig-Holstein gelte aber nur, was gesetzlich schon immer so  geregelt sei. Der Bildungsminister wies dabei ausdrücklich darauf hin, dass der Gebrauch des generischen Maskulinums erlaubt sei. 

[Zur Erläuterung der Bedeutung des generischen Maskulinums: Danach reicht es, dass, wenn man „Mann“ sagt, man dabei jedoch weiß, dass mit diesem Wort auch Frauen, Diverse, Kinder und Rauhaardackel usw. gemeint sind …. oder so ähnlich ….]

Wer jedoch Gendersternchen, Doppelpunkt oder Binnen-I mit in die Schule bringe, vergehe sich auch an der Ästhetik der deutschen Sprache und werde laut Zusage des Bildungsministers schulaufsichtlich bestraft.

Wieder beweist der Bildungsminister, dass er die Drohung mit der Schulaufsicht bei inhaltlichen Diskussionen um Themen der schleswig-holsteinischen Schullandschaft zur präferierten und überzeugenden Argumentationstechnik entwickelt hat, wie man z.B. auch schon beim Umgang mit Risikopatienten unter den Lehrern zu Beginn der Corona Pandemie bewundern durfte. Diese Energie und diesen Einsatz zeigte Bildungsminister Prien während des gesamten vergangenen Coronajahres. Mit fast übermenschlicher Anstrengung wurden von ihm, häufig sogar schon einen Tag vor dem angeordneten Umsetzungstermin, immer wieder neue Corona Erlasse, Verbote und Richtlinien formuliert und an die Schulen versandt. Da mussten verständlicherweise ein paar unwichtige Themen wie der Gesundheits- und Arbeitsschutz der Beschäftigten und der Schüler, die Anschaffung von FFP2 Masken und Luftfilteranlagen ebenso wie die digitale Ausrüstung der Schulen und der Impfschutz für Schüler und Lehrer in den Hintergrund treten. Man kann Schleswig-Holstein nur zu diesem Bildungsminister beglückwünschen, der so in seinem Resort und bei der Rettung der deutschen Sprache für Ordnung sorgt.

Jubelnde Unterstützung für Bildungsminister Prien kam laut KN einstweilen von der Jungen Union, die nun ein allgemeines und bundesweites Verbot des Genderns fordere, und vom Ring Christlich Demokratischer Studenten, der der KN zutiefst empört geschildert habe, dass er gehört hätte, dass an der CAU in Kiel mittlerweile an den meisten Fakultäten der Universität nur noch der Gebrauch der Gendersprache über die Chance auf einen erfolgreichen Studienabschluss entscheide. Besonderen Beifall spendete auch die Mittelstands- und Wirtschaftsunion der CDU. Dort weiß man eben schon lange, dass es ohne gendergerechte Strukturen am besten läuft. Man muss nur an die Vorstände der meisten Unternehmen in Deutschland und den Ertrag bringenden Gender-Pay-Gap denken.

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Anmerkung 1: zur leichteren Lesbarkeit für den Bildungsminister, Karin Prien, wurde für diesen Beitrag das generische Maskulinum benutzt.

Anmerkung 2: Mir wurde empfohlen, zu Beginn des Textes deutlich zu machen, dass es sich bei diesem Beitrag um eine Satire handelt. Das ist hiermit geschehen (s.o.). Jede Satire hat einen wahren Hintergrund. Wer diesen sucht, sollte die Berichterstattung und den Originaltext des Interviews in der KN (s.u.) lesen und besonders das filigrane Frage- und Antwortspiel bewundern. Viel Spaß mit diesem brillanten Beispiel schleswig-holsteinischer Interview- und Diskussionskultur. Und denken Sie daran, wie unser Kultusminister ganz richtig sagt: „Sie müssen sich das nicht aufzwingen lassen … [es] gibt ja auch eine nächste Wahl, bei der man das demokratisch kundtun kann.“

Aktueller Nachtrag: Wie wir gerade aus einer gewöhnlich gut informierten Quelle erfuhren, sollen sich Junge Union und der RCDS darauf verständigt haben, ihre Mitglieder mit farbigen Markierungsstiften auszustatten. Damit sollen diese in Zukunft auf ihren Fernseh-und Computerbildschirmen während den Nachrichtensendungen von ARD und ZDF jeden Gebrauch des in Schleswig-Holstein verbotenen, aber dennoch gesprochenen Gender_Gaps als Fehler anstreichen. Ein Vorstandsmitglied der Jungen Union soll betont haben: „Niemand soll uns jetzt noch Frauenfeindlichkeit unterstellen, wir haben für unsere Mädels dafür extra pinkfarbene Eddings angeschafft!“

Gerd Cl.
GEW KV Segeberg

1 Vgl. Kieler Nachrichten vom 29.Mai 21, S. 1, 11 (das gesamte Interview) und 12

 

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Mai 31st, 2021 by GEW


31.05.21  Presseerklärung der GEW Schleswig-Holstein

Wie groß die Lerndefizite von Schülerinnen und Schülern nach Corona sind, ist unklar. Klar ist hingegen: Wer schon vor Corona zu den Benachteiligten in unserem Schulsystem zählte, ist noch weiter abgehängt worden. Doch gerade dieser Gruppe streicht das Land Coaches für die Berufsvorbereitung. Die Bildungsgewerkschaft GEW forderte daher die Landesregierung am Montag, 31. Mai 2021 auf, kurzfristig Mittel für die Fortsetzung der erfolgreichen Coachings bereitzustellen.

„Wir dürfen die benachteiligten Jugendlichen nicht in die Perspektivlosigkeit entlassen. Gerade jetzt brauchen sie jegliche Hilfe. Obwohl sie pandemiebedingt kaum Kontakt zur Berufsberatung hatten, nimmt ihnen das Land das wichtige Coaching auf dem Weg in den Beruf“, kann die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke das Vorgehen der Landesregierung in keiner Weise nachvollziehen. Schülerinnen und Schülern mit schwierigeren Startbedingungen habe das Coaching Chancen eröffnet. Für so eine wichtige Aufgabe müsse doch Geld da sein. Wenn es nicht anders gehe, sollten kurzfristig Mittel aus den sogenannten Bildungsmilliarden des Bundes dafür genutzt werden. Um Verlässlichkeit für Schulen und Coaches zu erreichen, bedürfe es langfristig aber einer Finanzierung durch Land und Agentur für Arbeit.

Wie sehr die Streichung einzelne Schulen betrifft, zeigt die Rückmeldung einer Gemeinschaftsschulleiterin an die GEW. Schon vor einem Jahr habe es für ihre Schule Kürzungen gegeben. Im Schuljahr 2019/20 hätten noch 1,5 Stellen für Coaching zur Verfügung gestanden, im Schuljahr 2020/21 nur noch eine halbe Stelle. Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die Unterstützung bräuchten, sei hingegen gestiegen.

„Als Schulleiterin einer Perspektivschule bin ich entsetzt darüber, dass Mittel für Schülerinnen und Schüler gekürzt werden, die durch Corona noch einmal mehr bedürftig sind. Wir haben viele Schülerinnen und Schüler aus Elternhäusern, die ihnen nicht helfen können oder wollen. Diese Schülerinnen und Schüler brauchen professionelle Hilfe“, machte die Schulleiterin ihrem Ärger Luft.

Sie wies in diesem Zusammenhang auf die hohe Zahl an Schülerinnen und Schüler mit vielfältigen Förderbedarfen an ihrer Schule hin. An ihrer Schule gebe es auch viele Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. Für sie und ihre Eltern sei das System in Deutschland oft nur schwer zu verstehen. Sie müssten folglich intensiv beraten werden.

Aus ihrer Sicht als Schulleiterin sei es daher ein grober Fehler, nur noch Jugendlichen aus den sogenannten Flexmaßnahmen* und mit Schwerbehinderten-Status ein Coaching zu ermöglichen. Die Pläne der Landesregierung liefen hier völlig in die falsche Richtung.

Das Land finanzierte die Stellen für das Coaching seit 14 Jahren aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). Nachdem diese jetzt gekürzt wurden, hat die Landesregierung entschieden, mit Beginn der neuen Förderperiode ab dem Schuljahr 2021/22 die Finanzierung für das Coaching zu kürzen. Damit gibt es ab dem kommenden Schuljahr an Gemeinschaftsschulen kein Coaching mehr für benachteiligte Schülerinnen und Schüler.

 

*Flexmaßnahmen: diese Übergangsphase erlaubt es Schülerinnen und Schülern, den Lernstoff der Klassen 8 und 9 auf Anforderungsebene ESA (Erster Schulabschluss) über 3 Jahre verteilt zu erarbeiten.

 

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 31.05.2021

Bernd Schauer
Geschäftsführer GEW Schleswig-Holstein
Legienstr. 22 – 24, 24103 Kiel

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Mai 7th, 2021 by GEW

Presseerklärung der GEW Schleswig-Holstein:

Benachteiligte Schülerinnen und Schüler brauchen nachhaltige Perspektiven

Kiel – Ungerechtigkeit kennzeichnet das deutsche Bildungssystem: auf der einen Seite Kinder und Jugendliche aus gutsituierten Elternhäusern mit guten Chancen, auf der anderen Seite Kinder und Jugendliche aus schwierigem sozialen Umfeld, denen gleiche Chancen verwehrt werden. Corona hat die Situation vor allem für die zweite Gruppe noch viel schlimmer gemacht. „Vor diesem Hintergrund sehen wir in Frau Priens Lernsommer nur einen bescheidenen Anfang. Wer die Corona-Langzeitfolgen gerade für besonders benachteiligte Kinder und Jugendliche abmildern will, braucht eine Perspektive, die weit über die kommenden Sommerferien hinausgeht“, sagte Astrid Henke, Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW zu den heute (06.05.2021) in Kiel vorgestellten Plänen von Bildungsministerin Karin Prien.

„Ohne mehr Geld und einen längeren Atem“ könnten Bildungsrückstände nicht dauerhaft aufgeholt werden, betonte Astrid Henke. „Das heißt allerdings nicht, dass nicht auch der Lernsommer positive Aspekte enthalte. Das Bemühen um einen über reine Nachhilfe hinausgehenden Ansatz sei durchaus zu erkennen, auch die Förderung sozialer Kompetenzen miteinbezogen worden.
Negativ stößt bei der GEW-Landesvorsitzenden die Einbeziehung privater Nachhilfeinstitute auf. „Ziel muss es doch sein, Kinder und Jugendliche individuell zu fördern, nicht Unternehmen wie Nachhilfeinstitute reicher zu machen.“

Kritik gibt es von der GEW auch für die klammheimliche Abkehr der Landesregierung von den bisherigen Corona-Regelungen. „Letzte Woche wies die Landesregierung noch mit Nachdruck auf die 100er-Grenze bei der Inzidenz für schleswig-holsteinischen Schulen hin. Nun hat sie sich ohne viel Aufhebens an die bundeseinheitliche Regelung von 165 angepasst.“ Noch schwerer wiege, dass an alle allen Schulen nunmehr auch bei einer Inzidenz von über 50 kein Wechselunterricht mehr stattfinden solle. Obwohl die Situation in Schleswig-Holstein günstiger als in anderen Bundesländern sei, gehe die Landesregierung hier ein nicht geringes Risiko für die Gesundheit der Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler ein.

Verantwortlich: Bernd Schauer, 06.05.2021

Bernd Schauer

Geschäftsführer

GEW Schleswig-Holstein

Legienstr. 22 – 24

24103 Kiel

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Mai 2nd, 2021 by GEW

Liebe Segeberger GEW-Mitglieder,

wir laden euch zu einer Online-Veranstaltung ein.

 

 

Weil wir eben keine Roboter sind!

 

 

 

Was belastet mich?  Was macht mich stark?

Arbeits- und Gesundheitsschutz an Schulen – Hilfen für die Praxis

Jeden Tag erleben wir in den Schulen vielfältige Belastungen. Die Grenzen der Belastbarkeit sind geistig und körperlich längst erreicht. Dies hat auch die Abfrage des Ministeriums deutlich gezeigt. Damit wir unsere Gesundheit in der Schule möglichst lange erhalten können, möchten wir aufzeigen, welche Möglichkeiten die Gesetze uns bieten und einfach nur darüber sprechen, wie die Gesundheit der Lehrkräfte gestärkt werden kann.

Online-Seminar des GEW Kreisverbandes Segeberg

19.05.2020, 16 bis 18 Uhr

 Referent*innen: Blanka Knudsen, Birgit Mills, Matthias Heidn
 

Herzliche Grüße!  Sabine Duggen

Anmeldung an: duggen[at]gew-sh.de

(Achtung: begrenzte Teilnehmer*innen-Zahl!)

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