Category: Aktionen

Juni 8th, 2021 by GEW

Einladung für GEW-Mitglieder an Kita und Schule

„Resilienztraining“

Stress meistern, sich abgrenzen, achtsam und selbstfürsorglich handeln

ab 31.8.21

Liebe Segeberger GEW-Mitglieder,

diese Fortbildungsreihe ist im Prinzip eine Fortsetzung unserer seit Ostern laufenden wöchentlichen Fortbildung mit Thurid Holzrichter.

Da fast alle derjenigen, die daran teilgenommen haben bzw. noch bis zu den Sommerferien teilnehmen, weiter machen möchten, hat unser GEW-Kreisvorstand entschieden, diese Fortsetzung anzubieten. Es können aber gern auch noch ein paar „neue“ Interessierte teilnehmen.

Thurid Holzrichter, Mutter dreier kleiner Kinder, die für die Segeberger GEW schon lange richtig gute Veranstaltungen macht, wird uns durch die Dienstage führen. Sie ist Diplom-Psychologin und leitet das Netzwerk HOLZRICHTER-BERATUNGEN seit 2010. In diesem Zusammenhang berät sie mit ihrem Team deutschlandweit Schulen und Kitas zu Themen wie Gesundheit, Wohlbefinden, Kommunikation und Veränderungen. Sie hat zwei Fachratgeber zum Thema Selbstfürsorge im Verlag an der Ruhr geschrieben und kennt sich bestens mit den Belastungen von Kita- und Lehrkräften aus und hat in ihrer Arbeit zahlreiche praktische Hilfestellungen entwickelt, mehr Selbstfürsorge in den Tag zu integrieren.

Wenn ihr teilnehmen wollt, meldet euch bitte möglichst bald unter duggen[at]gew-sh[dot]de an. Da die Teilnehmerzahl begrenzt werden muss, geht es der Reihenfolge der Anmeldungen nach.

Termine (jeweils 20:00 bis 21:00 Uhr) und Themen

 

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Juni 1st, 2021 by GEW

Presseerklärung der GEW 

GEW: „Trotz Digitalisierungsschub: eklatante Techniklücken, Ungleichheiten und starke Belastung der Lehrkräfte“

Bildungsgewerkschaft stellt Studie „Digitalisierung im Schulsystem“ vor

Frankfurt a.M. – Die Digitalisierung in der Schule hat durch die Corona-Pandemie einen Schub bekommen. Trotzdem gibt es weiterhin eklatante Lücken bei der technischen Ausstattung. Gleichzeitig hat sich die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte verändert und ist noch einmal gewachsen. Eine der größten Herausforderung stellt zudem die Kluft zwischen digitalen Nachzügler- und digitalen Vorreiter-Schulen dar. Das Lernen mit digitalen Medien und Tools wird an deutschen Schulen extrem ungleich umgesetzt. Es gibt gewaltige Unterschiede bei der digitalen Infrastruktur. Das sind die Ergebnisse der repräsentativen Studie „Digitalisierung im Schulsystem-“, die die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Dienstag in Frankfurt a.M. vorgestellt hat.

„WLAN für alle ist bisher häufig Fehlanzeige. Nur 70 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer arbeiten an Schulen, an denen es WLAN für alle Lehrkräfte gibt. Die Hälfte der Schulen hat kein WLAN für die Schülerinnen und Schüler“, sagte Studienleiter Frank Mußmann von der Universität Göttingen. Lediglich 57 Prozent der Lehrkräfte arbeiteten an Schulen, an denen es für den Unterricht genügend digitale Geräte gibt. 58 Prozent nutzten regelmäßig Lernmanagementsysteme – vor der Pandemie waren dies lediglich 36 Prozent. „Eine Cloudanbindung ist jedoch noch nicht selbstverständlich: Ein Viertel der Schulen hat keine Schulcloud, nur 40 Prozent arbeiten mit einer schulübergreifenden Bildungscloud“, betonte Mußmann. Bis heute stünden nur in 18 Prozent der Fälle für alle Lehrkräfte digitale Endgeräte der Schule zur Verfügung, für weitere 30 Prozent teilweise. „Deshalb greifen 95 Prozent der Lehrkräfte zur Selbsthilfe und setzen ihre privaten elektronischen Geräte wie Handy, Computer oder Tablet häufiger als vor der Pandemie ein“, sagte der Studienleiter. „Nur in 50 Prozent der Fälle ist eine technische Unterstützung gewährleistet. Das führt zu Zusatzaufgaben, die Lehrkräfte on-top zu den pädagogischen und organisatorischen Aufgaben leisten müssen“, stellte Mußmann fest. Am Ende zeigten sich dann tatsächlich auch Unterschiede bei der pädagogischen Nutzung digitaler Techniken im Unterricht und den Chancen der Schülerinnen und Schüler, elementare digitale Kompetenzen zu erwerben. „Es ist nicht gut für eine Demokratie, wenn nur 34 Prozent der Schülerinnen und Schüler in digitalen Nachzügler-Schulen lernen, wie sie prüfen können, ob sie sich auf Informationen im Internet verlassen können“, betonte Mußmann.

Die Corona-Krise habe zu erheblichen Zusatzbelastungen der Lehrkräfte geführt. „Neun von zehn Lehrkräften haben einen höheren Arbeitsaufwand durch Fernunterricht. Knapp zwei Drittel der Lehrkräfte benennen den Wechselunterricht als Grund für eine stärkere Arbeitsbelastung“, betonte Mußmann. Zudem sei die Arbeitsbelastung dadurch gestiegen, dass analoge in digitale Materialien überführt wurden, die digitalen Kompetenzen und die Ausstattung der Schülerinnen und Schülern sehr unterschiedlich sind sowie mehr Kommunikation notwendig ist. „Die Dynamik der Corona-Pandemie und die Digitalisierung verstärken die angespannte Arbeitssituation an den Schulen und die ohnehin schon bekannten hohen Belastungen und Entgrenzungserfahrungen der Lehrkräfte“, hob Mußmann hervor. Dennoch hätten Lehrkräfte und Schulen mit bemerkenswertem Engagement pragmatische Lösungen gefunden, um digitale Medien und Technik einzusetzen, sowie digitale Lehr- und Lernkonzepte entwickelt und umgesetzt.

„Die Lehrkräfte müssen sich auf die pädagogischen Aufgaben konzentrieren können“, mahnte Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied Schule, an. „Wir brauchen endlich mehr IT-Fachleute für den technischen Support, die Gelder für die Einstellung etwa von Systemadministratoren stehen bereit. Diese Mittel müssen endlich abgerufen und verstetigt werden. Digitale Werkzeuge sollen die Lehrkräfte pädagogisch unterstützen – und nicht zu einer Dauerbaustelle werden.“

Ansgar Klinger, GEW-Vorstandsmitglied Berufliche Bildung und Weiterbildung, unterstrich: „Die Bildungsgewerkschaft fordert schon lange eine bessere digitale Infrastruktur an den Schulen. Die eklatanten Lücken in der digitalen Ausstattung und die Mehrfachbelastung in der Pandemie führen zu einer nicht zu verantwortenden Arbeitsbelastung der Lehrkräfte an Schulen und einer zunehmenden digitalen Kluft. Diese Entwicklung müssen wir stoppen und nachhaltig umkehren, damit Schulen sowie Schülerinnen und Schüler nicht weiter abgehängt werden.“

Info: In der Studie „Digitalisierung im Schulsystem. Herausforderung für Arbeitszeit und Arbeitsbelastung von Lehrkräften“ wurden im Januar und Februar 2021 Lehrkräfte der Sekundarstufe I und II aus allen Bundesländern befragt. Die Studie erlaubt bundesweit repräsentative Befunde. Sie wurde an der Georg-August-Universität in Göttingen unter der Leitung von Frank Mußmann, Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften, in Zusammenarbeit mit dem Umfragezentrum Bonn durchgeführt. Das Konsortium hat untersucht, wie Schulen und Lehrkräfte auf die Herausforderungen der Digitalisierung in Pandemie-Zeiten reagieren, wie sich ihre Arbeit, ihre Arbeitszeit und ihre Belastungen verändert haben und welche Chancen und Risiken digitale Arbeitsformen für die Lehrkräfte bergen. Die Studie zeigt zudem zentrale Entwicklungs- und Gestaltungsbedarfe auf und gibt Empfehlungen für die Zukunft. Ein wissenschaftlicher Abschlussbericht mit weiteren Befunden und Analysen ist für September geplant.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Herrn Rödde über ulf.roedde@gew.de.

Ulf Rödde
GEW-Hauptvorstand
Pressesprecher und Redaktionsleiter „Erziehung und Wissenschaft“

 

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Juni 1st, 2021 by GEW

Achtung Satire!

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Richtungsweisende Aussagen des Ministers für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Der Bildungsminister des Landes Schleswig-Holstein, Karin Prien, zeigt deutlich Flagge und welchen deutschen Geistes Kind er ist. Nachdem in der letzten Woche schon der CDU-Landesverband Hamburg die Lösung für die größte Bedrohung in unserer Zeit, das sogenannte Gendern, gefunden hat und nun ein allgemeines Verbot der Gendersprache in staatlichen Institutionen fordert, fühlte sich am Sonnabend auch Bildungsminister Prien verpflichtet, in einem Interview mit den Kieler Nachrichten [1] zu diesem Thema ein Machtwort zu sprechen.

Der Bildungsminister betonte gegenüber dem durch seine Neutralität beeindruckenden Interviewer der KN, dass es einen Kulturkampf gebe, in dem eine kleine Minderheit durch eine erzwungene gendergerechte Veränderung der Sprache mit Gewalt politische Konzepte durchsetzen wolle.

[Geführt wird, so scheint es, diese kriegerischen Auseinandersetzung von der notorisch Iinks-grün versifften Lehrerschaft des Landes, die mit der perfiden Waffe des Rot!-Stiftes kämpft. Bedrohlich ist auch die subversiv-feministische Kampfgruppe der Duden Redaktion, die gerade daran arbeitet, zwangsweise 12000 gendergerechte Personengruppen- und Berufsbezeichnungen in die nächste Ausgabe des Dudenmachwerks aufzunehmen.]

Der Bildungsminister, Karin Prien, erklärte, dass Sprache sich ständig verändere, in Schleswig-Holstein gelte aber nur, was gesetzlich schon immer so  geregelt sei. Der Bildungsminister wies dabei ausdrücklich darauf hin, dass der Gebrauch des generischen Maskulinums erlaubt sei. 

[Zur Erläuterung der Bedeutung des generischen Maskulinums: Danach reicht es, dass, wenn man „Mann“ sagt, man dabei jedoch weiß, dass mit diesem Wort auch Frauen, Diverse, Kinder und Rauhaardackel usw. gemeint sind …. oder so ähnlich ….]

Wer jedoch Gendersternchen, Doppelpunkt oder Binnen-I mit in die Schule bringe, vergehe sich auch an der Ästhetik der deutschen Sprache und werde laut Zusage des Bildungsministers schulaufsichtlich bestraft.

Wieder beweist der Bildungsminister, dass er die Drohung mit der Schulaufsicht bei inhaltlichen Diskussionen um Themen der schleswig-holsteinischen Schullandschaft zur präferierten und überzeugenden Argumentationstechnik entwickelt hat, wie man z.B. auch schon beim Umgang mit Risikopatienten unter den Lehrern zu Beginn der Corona Pandemie bewundern durfte. Diese Energie und diesen Einsatz zeigte Bildungsminister Prien während des gesamten vergangenen Coronajahres. Mit fast übermenschlicher Anstrengung wurden von ihm, häufig sogar schon einen Tag vor dem angeordneten Umsetzungstermin, immer wieder neue Corona Erlasse, Verbote und Richtlinien formuliert und an die Schulen versandt. Da mussten verständlicherweise ein paar unwichtige Themen wie der Gesundheits- und Arbeitsschutz der Beschäftigten und der Schüler, die Anschaffung von FFP2 Masken und Luftfilteranlagen ebenso wie die digitale Ausrüstung der Schulen und der Impfschutz für Schüler und Lehrer in den Hintergrund treten. Man kann Schleswig-Holstein nur zu diesem Bildungsminister beglückwünschen, der so in seinem Resort und bei der Rettung der deutschen Sprache für Ordnung sorgt.

Jubelnde Unterstützung für Bildungsminister Prien kam laut KN einstweilen von der Jungen Union, die nun ein allgemeines und bundesweites Verbot des Genderns fordere, und vom Ring Christlich Demokratischer Studenten, der der KN zutiefst empört geschildert habe, dass er gehört hätte, dass an der CAU in Kiel mittlerweile an den meisten Fakultäten der Universität nur noch der Gebrauch der Gendersprache über die Chance auf einen erfolgreichen Studienabschluss entscheide. Besonderen Beifall spendete auch die Mittelstands- und Wirtschaftsunion der CDU. Dort weiß man eben schon lange, dass es ohne gendergerechte Strukturen am besten läuft. Man muss nur an die Vorstände der meisten Unternehmen in Deutschland und den Ertrag bringenden Gender-Pay-Gap denken.

— —— —

Anmerkung 1: zur leichteren Lesbarkeit für den Bildungsminister, Karin Prien, wurde für diesen Beitrag das generische Maskulinum benutzt.

Anmerkung 2: Mir wurde empfohlen, zu Beginn des Textes deutlich zu machen, dass es sich bei diesem Beitrag um eine Satire handelt. Das ist hiermit geschehen (s.o.). Jede Satire hat einen wahren Hintergrund. Wer diesen sucht, sollte die Berichterstattung und den Originaltext des Interviews in der KN (s.u.) lesen und besonders das filigrane Frage- und Antwortspiel bewundern. Viel Spaß mit diesem brillanten Beispiel schleswig-holsteinischer Interview- und Diskussionskultur. Und denken Sie daran, wie unser Kultusminister ganz richtig sagt: „Sie müssen sich das nicht aufzwingen lassen … [es] gibt ja auch eine nächste Wahl, bei der man das demokratisch kundtun kann.“

Aktueller Nachtrag: Wie wir gerade aus einer gewöhnlich gut informierten Quelle erfuhren, sollen sich Junge Union und der RCDS darauf verständigt haben, ihre Mitglieder mit farbigen Markierungsstiften auszustatten. Damit sollen diese in Zukunft auf ihren Fernseh-und Computerbildschirmen während den Nachrichtensendungen von ARD und ZDF jeden Gebrauch des in Schleswig-Holstein verbotenen, aber dennoch gesprochenen Gender_Gaps als Fehler anstreichen. Ein Vorstandsmitglied der Jungen Union soll betont haben: „Niemand soll uns jetzt noch Frauenfeindlichkeit unterstellen, wir haben für unsere Mädels dafür extra pinkfarbene Eddings angeschafft!“

Gerd Cl.
GEW KV Segeberg

1 Vgl. Kieler Nachrichten vom 29.Mai 21, S. 1, 11 (das gesamte Interview) und 12

 

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Mai 31st, 2021 by GEW


31.05.21  Presseerklärung der GEW Schleswig-Holstein

Wie groß die Lerndefizite von Schülerinnen und Schülern nach Corona sind, ist unklar. Klar ist hingegen: Wer schon vor Corona zu den Benachteiligten in unserem Schulsystem zählte, ist noch weiter abgehängt worden. Doch gerade dieser Gruppe streicht das Land Coaches für die Berufsvorbereitung. Die Bildungsgewerkschaft GEW forderte daher die Landesregierung am Montag, 31. Mai 2021 auf, kurzfristig Mittel für die Fortsetzung der erfolgreichen Coachings bereitzustellen.

„Wir dürfen die benachteiligten Jugendlichen nicht in die Perspektivlosigkeit entlassen. Gerade jetzt brauchen sie jegliche Hilfe. Obwohl sie pandemiebedingt kaum Kontakt zur Berufsberatung hatten, nimmt ihnen das Land das wichtige Coaching auf dem Weg in den Beruf“, kann die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke das Vorgehen der Landesregierung in keiner Weise nachvollziehen. Schülerinnen und Schülern mit schwierigeren Startbedingungen habe das Coaching Chancen eröffnet. Für so eine wichtige Aufgabe müsse doch Geld da sein. Wenn es nicht anders gehe, sollten kurzfristig Mittel aus den sogenannten Bildungsmilliarden des Bundes dafür genutzt werden. Um Verlässlichkeit für Schulen und Coaches zu erreichen, bedürfe es langfristig aber einer Finanzierung durch Land und Agentur für Arbeit.

Wie sehr die Streichung einzelne Schulen betrifft, zeigt die Rückmeldung einer Gemeinschaftsschulleiterin an die GEW. Schon vor einem Jahr habe es für ihre Schule Kürzungen gegeben. Im Schuljahr 2019/20 hätten noch 1,5 Stellen für Coaching zur Verfügung gestanden, im Schuljahr 2020/21 nur noch eine halbe Stelle. Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die Unterstützung bräuchten, sei hingegen gestiegen.

„Als Schulleiterin einer Perspektivschule bin ich entsetzt darüber, dass Mittel für Schülerinnen und Schüler gekürzt werden, die durch Corona noch einmal mehr bedürftig sind. Wir haben viele Schülerinnen und Schüler aus Elternhäusern, die ihnen nicht helfen können oder wollen. Diese Schülerinnen und Schüler brauchen professionelle Hilfe“, machte die Schulleiterin ihrem Ärger Luft.

Sie wies in diesem Zusammenhang auf die hohe Zahl an Schülerinnen und Schüler mit vielfältigen Förderbedarfen an ihrer Schule hin. An ihrer Schule gebe es auch viele Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. Für sie und ihre Eltern sei das System in Deutschland oft nur schwer zu verstehen. Sie müssten folglich intensiv beraten werden.

Aus ihrer Sicht als Schulleiterin sei es daher ein grober Fehler, nur noch Jugendlichen aus den sogenannten Flexmaßnahmen* und mit Schwerbehinderten-Status ein Coaching zu ermöglichen. Die Pläne der Landesregierung liefen hier völlig in die falsche Richtung.

Das Land finanzierte die Stellen für das Coaching seit 14 Jahren aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). Nachdem diese jetzt gekürzt wurden, hat die Landesregierung entschieden, mit Beginn der neuen Förderperiode ab dem Schuljahr 2021/22 die Finanzierung für das Coaching zu kürzen. Damit gibt es ab dem kommenden Schuljahr an Gemeinschaftsschulen kein Coaching mehr für benachteiligte Schülerinnen und Schüler.

 

*Flexmaßnahmen: diese Übergangsphase erlaubt es Schülerinnen und Schülern, den Lernstoff der Klassen 8 und 9 auf Anforderungsebene ESA (Erster Schulabschluss) über 3 Jahre verteilt zu erarbeiten.

 

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 31.05.2021

Bernd Schauer
Geschäftsführer GEW Schleswig-Holstein
Legienstr. 22 – 24, 24103 Kiel

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Mai 7th, 2021 by GEW

Presseerklärung der GEW Schleswig-Holstein:

Benachteiligte Schülerinnen und Schüler brauchen nachhaltige Perspektiven

Kiel – Ungerechtigkeit kennzeichnet das deutsche Bildungssystem: auf der einen Seite Kinder und Jugendliche aus gutsituierten Elternhäusern mit guten Chancen, auf der anderen Seite Kinder und Jugendliche aus schwierigem sozialen Umfeld, denen gleiche Chancen verwehrt werden. Corona hat die Situation vor allem für die zweite Gruppe noch viel schlimmer gemacht. „Vor diesem Hintergrund sehen wir in Frau Priens Lernsommer nur einen bescheidenen Anfang. Wer die Corona-Langzeitfolgen gerade für besonders benachteiligte Kinder und Jugendliche abmildern will, braucht eine Perspektive, die weit über die kommenden Sommerferien hinausgeht“, sagte Astrid Henke, Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW zu den heute (06.05.2021) in Kiel vorgestellten Plänen von Bildungsministerin Karin Prien.

„Ohne mehr Geld und einen längeren Atem“ könnten Bildungsrückstände nicht dauerhaft aufgeholt werden, betonte Astrid Henke. „Das heißt allerdings nicht, dass nicht auch der Lernsommer positive Aspekte enthalte. Das Bemühen um einen über reine Nachhilfe hinausgehenden Ansatz sei durchaus zu erkennen, auch die Förderung sozialer Kompetenzen miteinbezogen worden.
Negativ stößt bei der GEW-Landesvorsitzenden die Einbeziehung privater Nachhilfeinstitute auf. „Ziel muss es doch sein, Kinder und Jugendliche individuell zu fördern, nicht Unternehmen wie Nachhilfeinstitute reicher zu machen.“

Kritik gibt es von der GEW auch für die klammheimliche Abkehr der Landesregierung von den bisherigen Corona-Regelungen. „Letzte Woche wies die Landesregierung noch mit Nachdruck auf die 100er-Grenze bei der Inzidenz für schleswig-holsteinischen Schulen hin. Nun hat sie sich ohne viel Aufhebens an die bundeseinheitliche Regelung von 165 angepasst.“ Noch schwerer wiege, dass an alle allen Schulen nunmehr auch bei einer Inzidenz von über 50 kein Wechselunterricht mehr stattfinden solle. Obwohl die Situation in Schleswig-Holstein günstiger als in anderen Bundesländern sei, gehe die Landesregierung hier ein nicht geringes Risiko für die Gesundheit der Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler ein.

Verantwortlich: Bernd Schauer, 06.05.2021

Bernd Schauer

Geschäftsführer

GEW Schleswig-Holstein

Legienstr. 22 – 24

24103 Kiel

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Mai 2nd, 2021 by GEW

Liebe Segeberger GEW-Mitglieder,

wir laden euch zu einer Online-Veranstaltung ein.

 

 

Weil wir eben keine Roboter sind!

 

 

 

Was belastet mich?  Was macht mich stark?

Arbeits- und Gesundheitsschutz an Schulen – Hilfen für die Praxis

Jeden Tag erleben wir in den Schulen vielfältige Belastungen. Die Grenzen der Belastbarkeit sind geistig und körperlich längst erreicht. Dies hat auch die Abfrage des Ministeriums deutlich gezeigt. Damit wir unsere Gesundheit in der Schule möglichst lange erhalten können, möchten wir aufzeigen, welche Möglichkeiten die Gesetze uns bieten und einfach nur darüber sprechen, wie die Gesundheit der Lehrkräfte gestärkt werden kann.

Online-Seminar des GEW Kreisverbandes Segeberg

19.05.2020, 16 bis 18 Uhr

 Referent*innen: Blanka Knudsen, Birgit Mills, Matthias Heidn
 

Herzliche Grüße!  Sabine Duggen

Anmeldung an: duggen[at]gew-sh.de

(Achtung: begrenzte Teilnehmer*innen-Zahl!)

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April 26th, 2021 by GEW

GEW: Höchste Zeit alle Lehrerinnen und Lehrer zu impfen
Kiel – Kein Verständnis mehr für „Impfen im Schneckentempo“ hat Astrid Henke, Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW. „Es ist höchste Zeit, dass jetzt alle, aber auch wirklich alle Lehrerinnen und Lehrer ein Impfangebot erhalten. Bevor über eine allgemeine Aufhebung der Priorisierung beim Impfen entschieden wird, sind die Lehrkräfte an Gemeinschaftsschulen, Gymnasien und Beruflichen Schulen dran. Tag für Tag stehen sie in kleinen Klassenräumen mit vielen Kindern oder Jugendlichen vor einem großen Ansteckungsrisiko“, machte Astrid Henke am Montag, 26. April 2021 ihrem Unmut über die „mangelnde Fürsorgepflicht“ des Landes Luft.

Bisher erhalten in Schleswig-Holstein nur das pädagogische Personal in Kindertagesstätten sowie die Lehrkräfte an Grundschulen und Förderzentren ein Impfangebot. Andere Bundesländer – sei es nun Niedersachsen, Rheinland-Pfalz oder Mecklenburg-Vorpommern – ermöglichen allen Lehrkräften eine Impfung. In Schleswig-Holstein werden Lehrkräfte an Gemeinschaftsschulen, Gymnasien und berufsbildenden Schulen der Impfpriorisierungsgruppe 3 zugeordnet. „Das muss geändert werden. Was in anderen Bundesländern richtig ist, kann in Schleswig-Holstein nicht falsch sein“, so Astrid Henke. „Wer Schulen offenhalten will, muss impfen! Nur so kann der Gesundheitsschutz der Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern gesichert werden.“

Bernd Schauer
Geschäftsführer GEW Schleswig-Holstein
Legienstr. 22 – 24, 24103 Kiel
Tel.   0431-5195-155

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April 22nd, 2021 by GEW

Tarifvertrag Fehlanzeige. Stundenlohn teilweise unter dem Vergabemindestlohn des Landes Schleswig-Holstein. Die Studentischen Beschäftigten in Schleswig-Holstein haben die Faxen dicke. Deshalb protestierten einige von ihnen am Mittwoch, 21. April 2021 vor dem Kieler Finanzministerium.

Der Stundenlohn für Studentische Beschäftigte ist viel zu niedrig. Wenn das nicht gerade mit Reichtum gesegnete Bundesland Berlin 12,68€ pro Stunde zahlen kann, müsste das in Schleswig-Holstein doch auch möglich sein. Mit einem Stundenlohn teilweise unter dem Vergabemindestlohn bleibt die Stelle als Studentischer Beschäftigter vielfach ein Privileg für Kinder finanziell gut situierter Eltern. So werden keine Chancen eröffnet, sondern soziale Ungleichheit an Hochschulen reproduziert!“, sagte Ann-Kathrin Hoffmann von der Initiative TVStud Schleswig-Holstein, die als Teil einer bundesweiten Vernetzung die Kampagnenpetition „Keine Ausnahme! Für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen Studentischer Beschäftigter“ organisiert.

Wir erwarten von Finanzministerin Monika Heinold, dass sie sich sowohl in der Landesregierung als auch in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) für Tarifverträge für Studentische Beschäftigte einsetzt. Die Länderfinanzministerinnen und -finanzminister müssen ihre Blockadehaltung gegenüber GEW und ver.di aufgeben, um den Weg für Tarifverhandlungen frei zu machen. Auch Studentische Beschäftigte haben ein Recht auf gute Arbeitsbedingungen und tarifliche Absicherung!“, forderte Ann-Kathrin Hoffmann.

Im Hinblick auf unsichere Vertragssituationen merkte sie an: „Alle drei bis sechs Monate neue Arbeitsverträge abschließen zu müssen bedeutet einen enormen bürokratischen Aufwand auf allen Seiten – und vor allem Unsicherheit bei den Studentischen Beschäftigten, deren Abhängigkeit von ihren Vorgesetzten durch die Kettenbefristung noch verstärkt wird.“

In den nächsten Wochen werden bundesweit Aktionen im Rahmen der Kampagne stattfinden. Für ihre Forderungen sammeln die Aktiven Unterschriften und organisieren sich in lokalen Initiativen. Sie arbeiten mit Blick auf die Tarifrunde der Länder im Herbst daran, dass auch für die über 300.000 Studentischen Beschäftigten in Deutschland Tarifverträge möglich werden.

Petition für Tarifverträge und Mitbestimmung unterschreiben!

Die Gewerkschaften GEW und ver.di rufen zur Unterstützung der Kampagne „Keine Ausnahme!“ auf, zu der sich bundesweit lokale Aktivengruppen studentischer Beschäftigter an Hochschulen zusammengeschlossen haben. Ziel der Kampagne ist es endlich den Weg für Tarifverträge, existenzsichernde Löhne, regelmäßige Lohnerhöhungen, Mindestvertragslaufzeiten und die Einhaltung von Mindeststandards und Mitbestimmung für studentisch Beschäftigte frei zu machen.
Mehr Infos zur Kampagne
Hier geht’s direkt zur Petition

 

 

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April 21st, 2021 by GEW

 Solidarität ist Zukunft – am 1. Mai 2021 ab 14 Uhr

Livestream zum Tag der Arbeit: https://www.dgb.de/erster-mai-tag-der-arbeit

Der Tag der Arbeit steht auch 2021 im Zeichen der Corona-Pandemie. Neben Aktionen vor Ort wird der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) wie im vergangenen Jahr wieder einen Livestream zum 1. Mai senden. Denn eines ist in diesen Zeiten wichtiger denn je: Zeigen, dass die Gewerkschaften für die Menschen in diesem Land aktiv sind.

Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum 1. Mai 2021 – Tag der Arbeit

Du? Sie? Er? Ich? Nein: WIR!

Wenn wir in den langen Monaten der Pandemie eines gelernt haben, dann das:  Niemand bewältigt diese Krise allein. Nur als Wir, nur wenn wir gemeinsam handeln, finden wir den Weg in eine gute Zukunft. Mit guten Arbeitsbedingungen für alle in einer gesunden Umwelt. Nur gemeinsam mit allen Beschäftigten und mit Unternehmen, die ihrer gesellschaftliche Verantwortung  gerecht werden und nicht auf schnelle Profite setzen, wird es uns gelingen rasch die Krise zu überwinden.

Nur gemeinsam werden wir die weitere Spaltung der Gesellschaft verhindern. Wenn nicht jeder nur an sich denkt, sondern wenn wir füreinander einstehen, werden wir unsere Demokratie stärken. Solidarität ist für uns kein Fremdwort sondern gelebter Alltag. Nicht nur am 1. Mai, an jedem Tag im Jahr!

Solidarität ist die Zukunft der Arbeitswelt: Die Beschäftigten sind dort viel besser durch die Krise gekommen, haben mehr verdient und sind besser geschützt, wo sich viele in Gewerkschaften organisieren. Denn in solchen Betrieben konnten und können sie sich gegenseitig unterstützen, mitbestimmen und für gute Tarifverträge kämpfen. Und nur gemeinsam können wir die Transformation der Arbeitswelt im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gestalten.

Solidarität ist die Zukunft des Sozialstaats: Nicht der Markt hat uns durch die Krise geholfen, sondern ein starker Sozialstaat.   Deswegen gilt es nach der Krise mehr denn je, den Sozialstaat zu stärken und auszubauen. Unsere Systeme der sozialen Sicherung müssen allen ausreichenden Schutz bieten. Facharbeitern und Angestellte  genauso wie Soloselbständigen und Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen.

Solidarität ist die Zukunft der Bildung: Kinder aus reichem Elternhaus kommen oft besser durch die Krise als die aus armen Verhältnissen. Sie haben die nötigen Computer und oft auch mehr Unterstützung. Das darf nicht so bleiben. Bildung darf nicht vom Geldbeutel abhängen. Wir brauchen ein gut finanziertes, technisch und personell gut ausgestattetes öffentliches Bildungssystem für alle.

Solidarität ist die Zukunft für Menschen: Viele Frauen haben gezwungenermaßen neben der Arbeit zusätzlich viel mehr Aufgaben in der Familie übernommen, sie haben einen Rückfall in alte Geschlechterrollen erlebt. Solidarisch ist, wenn Frauen und Männer dieselben Chancen in Arbeitswelt und Gesellschaft haben – und in Familien dieselbe Verantwortung für Sorge- und Erziehungsarbeit übernehmen.

Solidarität ist die Zukunft für Deutschland und Europa:  Die Brücken bröckeln, viele Schulen müssen renoviert, das Internet schneller werden. Wir und unsere Nachbarländer müssen endlich mehr in die Zukunft investieren – in Infrastruktur, in Bildung, in Soziales, in Digitalisierung, bezahlbares Wohnen, nachhaltige Mobilität. Und natürlich müssen Vermögende und Superreiche stärker als bisher an der Finanzierung des Gemeinwesens beteiligt werden

Solidarität ist kein Luxus, den wir uns in guten Momenten mal kurz leisten sollten. Sie ist das Mittel  gegen Hetze und Spaltung, sie verhindert die Ausgrenzung von Menschen und sie nimmt Menschen die Angst, zurückgelassen zu werden. Sie hilft damit gegen die extreme Rechte und Verschwörungsideologen. Solidarität ist das Fundament der Demokratie. Am Tag der Arbeit  reden wird darüber – vor Ort und digital. Solidarität ist Zukunft!

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April 21st, 2021 by GEW

GEW-Onlineveranstaltung (Zoom)
Donnerstag, 20.05.2021 von 17-20 Uhr

Grußwort von Staatssekretärin im Bildungsministerium Dr. Dorit Stenke
Vortrag von Prof. Dr. Marcel Helbig
(Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung):
Als hätte es Corona nicht gegeben
Bildungspolitische Reaktionen auf Schulschließung und Distanzunterricht

Anschließend wollen wir gemeinsam mit euch in Workshops Empfehlungen und Forderungen erarbeiten. Wir wollen uns einmischen, damit Worten der Politik Taten folgen!

Weitere Informationen und Anmeldung bis zum 16.05.2021 unter www.gew-sh.de/bildungsgerechtigkeit.

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