Category: Aktionen

Januar 11th, 2021 by GEW

Voller Präsenzunterricht in Abschlussklassen erhöht Infektionsrisiko

Kiel – Angefressene Lehrkräfte, ratlose Schulleitungen und irritierte Schülerinnen und Schüler: Der vom Bildungsministerium angeordnete vollumfänglicher Präsenzunterricht für die Abschlussklassen hat am heutigen Montag (11. Januar 2021) an vielen Schulen für Ärger und Durcheinander gesorgt.
„Es ist mehr als bedauerlich, dass das Bildungsministerium weiter an seinem unsinnigen Kurs festhält. Je weniger Schülerinnen und Schüler in Pandemiezeiten die Schule besuchen, desto besser. Mit Präsenzunterricht nur in den Prüfungsfächern und in kleinen Gruppen haben  die Schulen ihre Schülerinnen und Schüler im vergangenen Jahr schließlich auch gut auf die Prüfungen vorbereitet.“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke in Kiel. „Der Bildungsministerin würde kein Zacken aus der Krone brechen, wenn sie die vielstimmige Kritik von GEW, Personalräten und Schulleitungen beherzigen würde. Schließlich sind die mit der Situation an der Schulen viele besser vertraut als die ministerielle Bürokratie in Kiel.“

Die GEW-Landesvorsitzende verwies darauf, dass die entsprechende Landesverordnung ein flexibles Vorgehen beim Unterricht in den Abschlussklassen ermögliche. Es gebe daher keinen Grund, alle Schülerinnen und Schüler aus den Abschlussklassen gleichzeitig in allen Fächern in den Präsenzunterricht zu zwingen. „Ein solches Vorgehen ignoriert die Bedeutung der hohen Inzidenzwerte, den Lockdown und die Unwägbarkeiten durch die Virusvariante B.1.1.7“, so Astrid Henke wörtlich.

Verantwortlich: Bernd Schauer, 11.01.2021

(Bernd Schauer Geschäftsführer GEW Schleswig-Holstein)

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Januar 10th, 2021 by GEW

Sehr geehrte Frau Prien,

mehrfach haben wir in den letzten Tagen versucht, auf die Ausgestaltung des Präsenzunterrichtes für die Abschlussklassen Einfluss zu nehmen. Es ist mehr als bedauerlich, dass Sie die eindringliche Kritik der GEW in Bezug auf die Umsetzung und die Vorgaben aus Ihrem Haus bisher in keiner Weise aufgenommen haben.
Die Kolleginnen und Kollegen in den Schulen, Schulleiter*innen, Personalräte und Lehrkräfte der Gemeinschaftsschulen und Gymnasien sind in höchstem Maße in Aufruhr und auch teilweise entsetzt über die Vorgabe des Landes, die zur Umsetzung des Präsenzunterrichts in die Schulen gegeben wurde. Voll umfänglicher Präsenzunterricht für die Abschlussklassen ist in den Schulen nicht umsetzbar, aus Infektionsschutzgründen nicht verantwortbar und überfordert die Schulen.
Sie selbst haben die Umsetzung des harten Lockdowns auch für die Schulen angekündigt. Nun erklären Sie bzw. Ihr Mitarbeiter Herr Kraft mit den Abschlussklassen wären nur 22-33 % der Schüler*innen einer Gemeinschaftsschule in der Schule, das sei doch durchaus zu vertreten. Sie
ignorieren die besondere Situation, die Bedeutung des Lockdowns und die Unwägbarkeiten durch die Virusvariante B
.1.1.7. Sie ignorieren auch, dass die 7-Tage-Inzidenz inzwischen auch in Schleswig-Holstein die 100-er Grenze überschritten hat.
Ursprünglich hatten Sie in Ihrem Schreiben vom 6.01.2021 angekündigt, dass die Schüler*innen der Abschlussklassen Unterrichts- und Vorbereitungsangebote in den Schulen erhalten, nun heißt es, es
solle Präsenzunterricht gemäß Stundentafel erteilt werden. Sie erklären, es müssten vergleichbare und rechtssichere Bedingungen hergestellt werden und weisen auf den Präsenzunterricht in anderen Bundesländern hin. Die Umsetzung in den Bundesländern ist in keiner Weise vergleichbar, es ist
vielmehr ein buntes Wirrwarr und reicht von ausschließlichem Distanzunterricht für Abschlussklassen
in Hamburg, NRW und Thüringen, über tageweise Gruppenangebote oder Wechselunterricht in
Rheinland-Pfalz und Bremen bis hin zur Schleswig-Holsteiner Variante!
Und die Umsetzung in Schleswig-Holstein? Auch die ist nicht vergleichbar! Die Abschlussschüler*innen zum ESA, MSA und zum Abitur in den berufsbildenden Schulen werden vorrangig im Distanzunterricht auf die Prüfungen vorbereitet. Ist das dann rechtssicher und vergleichbar oder nur die Folge der neuen Zuständigkeit im Wirtschaftsministerium?

Sehr geehrte Frau Prien,
die personelle Ausstattung der Schulen lässt es nicht zu, dass Präsenzunterricht der Abschlussklassen in geteilten Gruppen und Distanzunterricht in den anderen Klassen gleichzeitig erfolgt. Seien Sie bitte
ehrlich gegenüber der Öffentlichkeit und schützen Sie Ihre Beschäftigten in den Schulen. Wenn der Präsenzunterricht in den Abschlussklassen Priorität haben soll, kann der Distanzunterricht und die Betreuung der anderen Schüler*innen nicht in der gewünschten und angekündigten Form
stattfinden.
Setzten Sie Ihre Aussage um, dass die Abschlussschüler*innen im Januar Unterrichtsangebote in den Prüfungsfächern in Präsenz erhalten. Sagen Sie den vollständigen Präsenzunterricht ab dem 11.01.2021 ab. Er ist aus Infektionsschutzgründen unverantwortlich. Er führt auch zur Überforderung der Lehrkräfte! Legen Sie die Umsetzung in die Hand der Schulen! Genau das lässt die beschlossene Verordnung der Landesregierung zu
.
Setzen Sie den in der Presse und im Landtag angekündigten Weg alles zu unternehmen, um die Infektionszahlen wirklich zu senken und auch die Lehrkräfte zu schützen, um.

Mit freundlichen Grüßen
Astrid Henke

Landesvorsitzende der GEW Schleswig-Holstein

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Januar 8th, 2021 by GEW

Der Kreisverband Segeberg hat zum Beginn des neuen Jahres mehr als 1500 ffp2 Masken an die GEW Mitglieder an den Schulen des Kreises versandt. Zeitnah werden weitere Schutzmasken auch an die GEW Mitglieder an den Kitas und an die pensionierten Kolleg:innen in der GEW versandt. Das Bildungsministerium versäumte es bis heute die Landesbeschäftigt:innen an den Schulen mit wirksamen Schutzmasken auszustatten.

Unsere GEW  Kreisvorsitzende Sabine Duggen wendet sich dazu in einem Anschreiben an die GEW Vertrauensleute an den Schulen:

„…Noch wissen wir nicht, wie es nach den Ferien in den Schulen weitergehen soll. Auf jeden Fall können wir uns darauf einstellen, dass unser Arbeitsgeber das Bildungsministerium seine Beschäftigten nicht ausreichend vor einer Ansteckung mit Covid 19 schützen wird und möglicherweise wird es uns weiter mit Un- und Halbwahrheiten ( z.B. „In Schulen und Kitas gibt es kein Corona“ oder „Kinder sind nicht ansteckend“ oder „Lüften reicht“…)zu beruhigen versuchen…“

Der GEW-Kreisvorstand Segeberg hat daher beschlossen, wenigstens ein bisschen zu eurer und unserer Sicherheit beizutragen und schickt jedem GEW Mitglied im Kreis heute einige ffp2-Masken. Das ist nur ein Tropfen – aber ein Anfang.“

 

                                                                                                          Gerd Cl

                                                                                                          GEW KV Segeberg

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Januar 8th, 2021 by GEW

Ab Montag, dem 11. Januar, geht ganz Deutschland in den verschärften Corona Lockdown. Überall in Deutschland bleiben die Schulen geschlossen und die Kontaktbeschränkungen für den privaten Bereich sind hart.  Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Günther hat zurecht mit eindringlichen Worten auf die dramatische Situation im Land hingewiesen. Besonders in den Landkreisen rund im Hamburg steigen die Covid-19 Infektionszahlen massiv an und bewegen sich in Richtung auf eine Inzidenzzahl von 200 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen.

All dies gilt aber nicht für die Schulen in Schleswig-Holstein, sie werden ab dem 11. Januar für Tausende von Schülerinnen und Schülern wieder geöffnet, die in Abschlussklassen der 9./10. und 12./13. Jahrgänge der Gemeinschaftsschulen und Gymnasien gehen. Hier soll ab nächsten Montag wieder Präsenzunterricht nach Stundentafel in den Klassenräumen stattfinden. Dies soll zwar unter besonderen Bedingungen geschehen, die an den Schulen in der Regel jedoch nicht umsetzbar sind und schon an den räumlichen Voraussetzungen scheitern. Damit schert Schleswig-Holstein mal wieder aus den Absprachen zwischen der Bundesregierung und den Ländern aus. Ist Ministerpräsident Günther von seiner Bildungsministerin Frau Prien darüber etwa nicht informiert worden?

Was bedeutet das? Nicht nur überfüllte Schulbusse ohne die Möglichkeit der Einhaltung der Abstandsregeln, sondern auch die Schulen werden mal wieder kurzfristig vor eine nicht umsetzbare Aufgabe gestellt. Der Infektionsschutz und die Kontaktbeschränkungen werden vom Bildungsministerium für den Schulbereich weitgehend außer Kraft gesetzt. Damit setzt sich die Pannenserie in der schleswig-holsteinischen Bildungspolitik unter den Bedingungen der Pandemie fort. Schon im Frühsommer wurden praktisch pauschal ärztliche Atteste von Lehrkräften mit schweren Vorerkrankungen nicht anerkannt, die Gefahren der Corona Pandemie wurden geleugnet. Die Versorgung der Schulen und der Lehrkräfte mit Dienstlaptops funktioniert nicht. Selbst die Lieferung von FFP2 Masken für die Beschäftigten an den Schulen klappt bis heute nicht. Die meisten Schulen haben gerade eine Schutzmaske für nicht einmal alle Lehrkräfte erhalten! Ein den Anforderungen eines flächendeckenden Online-Distanzunterrichts angemessenes Bildungsnetz ist an vielen Schulstandorten immer noch in weiter Ferne. Außer Verordnungen, Drohungen, Gedichtchen! und viel Papier ist an den Schulen des Landes nichts angekommen. Die Umsetzung teilweise weltfremder und der Situation an den Schulen nicht entsprechender Erlasse wird einfach auf die einzelnen Schulleitungen delegiert. Die Lehrkräfte werden von dieser Ministeriumsleitung in der Pandemie allein gelassen.

Die GEW Schleswig-Holstein hat sich heute (8.1.2021) in einer Presseerklärung zu den aktuellen Plänen der Bildungsministerin Prien klar positioniert:

Bildungsministerium stürzt Schulen in Aufruhr
Abschlussklassen sollen Montag normalen Unterricht erhalten

Kiel – Noch im Laufe der Woche schien es so, als habe das Bildungsministerium endlich einen nachvollziehbaren Kurs im Umgang mit der Pandemie gefunden. Jetzt aber hat es die Schulen wieder einmal in Aufruhr versetzt. Am Montag soll es für die Abschlussklassen Unterricht nach Stundenplan geben. Konkret heißt das: An vielen Schulen werden Montagmorgen mehrere hundert Schülerinnen und Schüler in die Schulen strömen. Die GEW fordert das Bildungsministerium auf, die Pläne zu stoppen und Unterricht nur in kleinen Gruppen vorzusehen.
Die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke übte am Freitagnachmittag (08.01.2021) in Kiel deutliche Kritik am Bildungsministerium: „Die Vorgaben für die Abschlussklassen entsprechen in keiner Weise den Ankündigungen von Bildungsministerin Karin Prien gegenüber Landtag und Presse. Sie sind in den Schulen auch nicht umsetzbar. Und am allerschlimmsten: Sie werden dem Infektionsschutz nicht gerecht, weil viel zu viele Schülerinnen und Schüler auf einmal in die Schulen kommen werden. Wir erwarten von Bildungsministerin Karien Prien, die Pläne zu stoppen. Sie muss ihren Worten, alles zu unternehmen, um die Infektionszahlen wirklich zu senken und die Lehrkräfte zu schützen, die erforderlichen Taten folgen lassen.“

Die Bildungsministerin hatte in einem Schreiben vom 6. Januar 2021 angekündigt, dass die Schüler*innen  der Abschlussklassen Unterrichts- und Vorbereitungsangebote in den Schulen erhalten: Nun heißt es Präsenzunterricht gemäß Stundentafel. „Es ist aber nicht damit getan, Schülerinnen und Schüler auf verschiedene Räume zu verteilen und die Lehrkräfte von Raum zu Raum hetzen zu lassen. Große Lernfortschritte sind kaum zu erwarten, wenn Lehrerin Müller die halbe 10a in Raum 24 unterrichtet, während die andere Hälfte ohne Aufsicht in Raum 25  Aufgaben bearbeitet. Bezweifelt werden darf auch, dass dort Abstandsregeln und Maskenpflicht in erforderlichem Maße eingehalten werden“, so Astrid Henke.
Unterricht nach Stundenplan für die Abschlussklassen bedeutet für Gemeinschaftsschulen und Gymnasien nicht Lockdown, sondern Zusammentreffen von 150 bis 400 Schülerinnen und Schülern auf engstem Raum. Hinzu kommen zwischen 30 und 100 Lehrkräfte. „Infektionsschutz sieht anders aus“, bemerkte Astrid Henke.

Die GEW-Landesvorsitzende hält es ausdrücklich für richtig, den Schülerinnen und Schülern in den Abschlussklassen Präsenzunterricht in den Prüfungsfächern zu erteilen. Das dürfe allerdings nicht zeitgleich für alle geschehen. Auch beim Umfang seien Abstriche möglich. In den Nicht-Prüfungsfächern solle die Schule auf Distanzunterricht gehen. „Das Bildungsministerium sollte die Ausgestaltung einfach in der Hand und Verantwortung der Schulen legen. Auch in den Abschlussklassen kann und muss Wechsel- und Distanzunterricht durchgeführt werden.“

Verantwortlich: Bernd Schauer, 08.01.2021

(Bernd Schauer, Geschäftsführer der GEW Schleswig-Holstein)

 

 

Gerd CL

GEW KREISVERBAND SEGEBERG

 

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Dezember 11th, 2020 by GEW

Endlich und sehr spät reagiert die Landesregierung auf den massiven Anstieg der Covid-19 Infektionszahlen mit der Anordnung eines Teil-Lockdowns an den Schulen. Der KV Segeberg der GEW hat schon vor mehreren Wochen, als die  Infektionszahlen in den Landkreisen im Süden Schleswig-Holsteins weit über den Inzidenzwert  50  anstiegen, den Übergang zum Onlineunterricht überall dort, wo es möglich und sinnvoll ist, eingefordert. Auf solche Überlegungen reagierte Bildungsministerin Prien bisher mit sturem Festhalten am Präsenzunterricht, da angeblich Schulen von der Pandemie kaum betroffen seien.  Gleichzeitig war jedoch früh bekannt, dass bis zu 75% der Covid-19 Erkrankungen von den Gesundheitsämtern gar nicht mehr zurückverfolgt werden konnten.

Ärgerlich ist auch die wieder einmal viel zu kurzfristige Bekanntgabe der nun beschlossenen Maßnahmen, die jetzt mal eben übers Wochenende von den Schulleitungen vorbereitet und den Schüler:innen, Eltern und Lehrkräften kommuniziert werden müssen.  

GEW KV Segeberg

 

Zur Regierungserklärung von Ministerpräsident Günther:

Presseerklärung der Landes GEW zur Entscheidung der Landesregierung

Notbremse unumgänglich – Umsetzung fragwürdig

Kiel – Ab Montag sollen Schulen und Kindertagesstätten in Schleswig-Holstein nun also in den Teil-Lockdown gehen. Für die Bildungsge-werkschaft GEW ist das eine unumgängliche Maßnahme. An der Art der Umsetzung äußert sie jedoch Kritik.

„Das Ziehen der Notbremse ist richtig! Wir halten es aber für falsch, wie
die Landesregierung den Lockdown in Schulen und Kitas umsetzen will. Zum weiteren Betrieb der Kindertagesstätten muss es eine klare Anordnung und nicht nur einen Appell des Ministerpräsidenten geben. Für die Schulen wäre ein generelles Vorziehen der Weihnachtsferien besser gewesen“, sagte Astrid Henke, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Freitag, 11. Dezember 2020 zur Regierungserklärung von Ministerpräsident Daniel Günther.

Bei einem früheren Beginn der Weihnachtsferien hätte für Kinder in den
Klassen 1 bis 7 eine Notbetreuung eingerichtet werden können, so Astrid
Henke. „Die jetzige Ansage macht das Ganze ziemlich unübersichtlich. Es ist
trotz aller Appelle nicht auszuschließen, dass in manchen Schulen die
Klassen immer noch zu voll bleiben.“ Die Kitas müssten geschlossen werden und nur noch eine Notbetreuung angeboten werden. Schließlich seien auch sie Teil des Infektionsgeschehens. Die dort Beschäftigten hätten schließlich auch ein Anrecht auf mehr Schutz.

Die GEW-Landesvorsitzende bezeichnete es als „mehr als ärgerlich“, dass die Landesregierung in den vergangenen Wochen und Monaten nicht den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts gefolgt sei. Die GEW habe diese Empfehlung immer wieder aufgegriffen und darauf gedrungen, dort auf Wechselunterricht umzustellen, wo ein Inzidenzwert von 50 erreicht werde. Astrid Henke: „Das hat die Bildungsministerin immer wieder locker beiseite gewischt.“

Verantwortlich: Bernd Schauer, 11.12.2020

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Dezember 10th, 2020 by GEW

Im einem Klassenraum der Leif Eriksson-Gemeinschaftsschule in Kiel-Mettenhof  ist jetzt ein Prototyp – eine Luftfilteranlage Marke Eigenbau -eingebaut worden. Weitere  Entlüftungsanlagen dieser Art sind auch für andere Klassenräume geplant bzw. schon in Arbeit. Durchgeführt wird das gesamte Projekt zum Schutz der Schüler:innen und Lehrkräfte vom Technikkurs der Gemeinschaftsschule nach einem Vorbild  und Plänen des Max-Planck-Instituts. Das Projekt der Schule wird von der Hochschule Flensburg wissenschaftlich begleitet, auch um die Wirksamkeit der Anlage ggf. zu optimieren.

Unabhängig von den noch nicht vorliegenden Ergebnissen der wissenschaftlichen Begleitung weiß Bildungsministerin Karin Prien bereits jetzt, dass die Anlage „nicht massentauglich“ sei, „die landesweite Nutzung einer solchen Anlage komme nicht infrage“. Prien wörtlich: „Leider sagen uns die Arbeitsschutzexperten, dass diese Selbstbau-Filtersysteme nicht geeignet sind, um dauerhaft in Klassenräumen genutzt zu werden.“ Diese voreilige Einschätzung muss erstaunen, kommen doch das Max-Planck-Instituts, eines der weltweit anerkanntesten wissenschaftlichen Forschungsinstitute, und weitere wissenschaftliche Einrichtungen zu  einer ganz anderen Bewertung.

(Zitate nach Kieler Nachrichten vom 09. Dezember)

Dazu der Leserbrief der Vorsitzenden der GEW KV Segeberg, Sabine Duggen,  zum Artikel: Virusgefahr macht erfinderisch; KN/SZ, 9.12.2020

Leif-Eriksson-Schule: Klasse Initiative!

Weil der Arbeitgeber – hier das Bildungsministerium – pennt, haben Lehrkräfte und Schüler für ihren Klassenraum eine Lüftungsanlage gebaut. Das ist bewundernswert!

Es muss aber festgestellt werden, dass es Aufgabe der Ministerin Prien ist, die Schule so auszustatten, dass die Gefährdung für Lehrkräfte und Schüler*innen möglichst gering gehalten wird.

So steht es im Arbeitsschutzgesetz (§64) und da steht auch, dass „bei den Maßnahmen … der Stand von Technik … zu berücksichtigen“ ist. Sowohl Professor Kähler von der Bundeswehruni in München als auch Forscher des Max-Planck-Instituts halten Luftfilteranlagen bzw. Lüftungsanlage für sehr effektiv. Frau Ministerin Prien beruft sich auf nicht weiter genannte „Arbeitsschutzexperten“, um abzuwehren, dass es ihre Aufgabe ist, alle Schulen und Schulräume mit derartigen Geräten auszustatten.

Die Behauptung, an den Schulen werde überall und immerzu ein ausreichend gutes Hygienekonzept umgesetzt, kann wohl als „Wunschbehauptung“ gewertet werden. Und auch die Behauptung, Corona gebe es praktisch an Schulen nicht, ist ebenso falsch.

Wenn das oberste Ziel die Öffnung der Schulen ist, soll man den Lehrkräften keinen Quatsch erzählen, sondern ihnen klar die wahren Gründe nennen: Entlastung der Eltern, Nutzung der Arbeitsleistung der Eltern und somit Nutzen für die Wirtschaft. Das ist doch mal eine Ansage, die man nachvollziehen kann und auch für die Kinder und Jugendlichen ist es gut, wenn sie ihre Mitschüler*innen täglich treffen können. Aber dann fehlen eben die im Arbeitsschutzgesetz vorgeschriebenen Maßnahmen und z.B. Lüftungsanlagen bzw. Filteranlagen für jeden Schulraum.

Vor dem Hintergrund, dass Lufthansa, TUI und andere Großbetriebe Milliarden an Unterstützung bekommen, sind die Kosten dafür doch „Peanuts“. Und die Menschen, die täglich in unseren Schulen arbeiten, würden sich endlich ernst- und wahrgenommen fühlen. Zurzeit kursiert eher die Äußerung: „Verarschen kann ich mich selbst“.

9.12.2020, Sabine Duggen

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Dezember 4th, 2020 by GEW

Gute Bildung für alle – trotz und mit Corona: GEW-Stellungnahme zur Anhörung im Bildungsausschuss zum Thema Corona und Schule (03.12.20)

und

eine Analyse „über den desolaten Zustand der Schulen während Corona“ | extra 3 | NDR 03.12.20

 

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Dezember 3rd, 2020 by GEW

Am letzten Sonntag erreichte die Schulleitungen und alle Kolleg:innen an den Schulen des Landes … wie immer sehr zeitig … die allerneuste Landesverordnung zur Bekämpfung des Coronavirus SARS-CoV-2 und die ab 01.12.2020 geltende SchulencoronaVO.

Am Schluss der E-Mail wurde der Zeitplan für konkrete und wirksame Maßnahmen der Landesregierung zum Schutz vor Covid-19 Infektionen an den Schulen Schleswig-Holsteins veröffentlicht ….. Hätte man ja mal erwarten dürfen, nach 10 Monaten Pandemie! Aber nein, es stand dort (Zitat):

„Da heute der erste Advent ist, möchte ich Ihnen am Schluss dieser Nachricht eine Gedichtstrophe übermitteln …

Lied im Advent

Immer ein Lichtlein mehr

im Kranz, den wir gewunden,

dass er leuchte uns sehr

durch die dunklen Stunden. (…)

(Matthias Claudius)

… und verbleibe mit

 adventlichen Grüßen  . . .“  (Zitatende)

 

Liebes Bildungsministerium,

da heute nicht der erste Tag der Corona Pandemie ist, nimmt die GEW KV Segeberg diese neue Kommunikationsform gerne auf und übermittelt Ihnen auch eine Gedichtstrophe …

Die Hütte brennt

Schutz und Entlastung* muss her!

statt ’nem Gedicht aus ministeriellen Munden.

Das nützt den Schulen viel mehr

als Phrasen in diesen Stunden!

*endlich ausreichend viele FFP2 Schutzmasken, Klassenteilung, kleinere Lerngruppen, Laptops für Schüler:innen und Lehrkräfte, aktive Schutzmaßnahmen in den Klassenräumen wie Luftreiniger und Trennwände usw.

Leider alles verpennt!

Wir verbleiben

mit gewerkschaftlichen Grüßen

GEW KV Segeberg

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November 24th, 2020 by GEW

Auch wenn von der schleswig-holsteinischen Landesregierung weiterhin behauptet wird, dass von den Schulen angeblich keine Gefahren zu Verbreitung von Covid-19 Infektionen ausgehen, beweisen die mittlerweile vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen das Gegenteil. Schülerinnen und Schüler an den Grundschulen erkranken genauso oft an Corona wie der Rest der Bevölkerung, Jugendliche an den weiterführenden Schulen gehören zur Altersgruppe der am häufigsten an Covid-19 erkrankten Menschen. Dementsprechend steigen die Ansteckungsgefahren in den Schulen und die Zahl der an Covid-19 erkrankten Schüler:innen und Lehrkräfte. Über den aktuellen Kenntnisstand der Wissenschaft informiert NANO (ZDF) in der Sendung am 24.November:

https://www.3sat.de/wissen/nano/201124-sendung-nano-102.html

Luftfilteranlagen scheinen neben Verkleinerung der Lerngruppen durch Hybridunterricht eine geeignete und bezahlbare Maßnahme gegen die Ansteckungsgefahren in den Schulen darzustellen. Der SPIEGEL stellt in der aktuellen Ausgabe eine finanzierbare Lösung für Klassenräume vor:

„So einfach ist es, Schulen Corona-sicherer zu machen“

Während in anderen Bundesländern endlich Maßnahmen zum aktiven Schutz der Kinder und Jugendlichen und der Lehrkräfte an den Schulen unternommen werden, sitzt die Landesregierung in SH das Problem weiterhin aus und wiederholt mantrahaft die Mär von den vor Covid-19 sicheren Schulen in Schleswig-Holstein.
Auch, wenn die Infektionszahlen in Teilen des Bundeslandes zurzeit niedrig erscheinen, ist die Ansteckungslage besonders im Süden des Schleswig-Holsteins bedrohlich und der Warnwert des RKI von 50 Infektionen pro 100.000 Bewohner:innen in 7 Tagen wird in mehreren Landkreisen deutlich überschritten …. doch die Landesregierung in Schleswig-Holstein ist noch nicht einmal fähig oder bereit, ihre Landesbeschäftigten an den Schulen mit wirksamen Schutzmasken auszustatten.

Die GEW in Bayern beschreitet übrigens jetzt den Klageweg, um die Landesregierung dort zu veranlassen, den notwendigen Gesundheitsschutz für die Schüler:innen und Beschäftigten und die Empfehlungen des RKI umzusetzen. Vielleicht ist dies auch in Schleswig-Holstein der letzte Weg, wenn unsere Landesregierung weiterhin so wie beschrieben verfährt!

https://www.gew-bayern.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-zieht-gegen-freistaat-bayern-und-stadt-muenchen-vor-gericht/



GerdCL.

GEW KV Segeberg

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November 19th, 2020 by GEW

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Kampagne des DGB „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“ braucht Eure Unterstützung. Gerade in der Zeit der Corona Pandemie häufen sich die Übergriffe auf die Beschäftigten, auch in den Kitas und den Schulen. Auf der Seite www.dgb.de/mensch findet Ihr eine Karte, auf der betroffene Kolleg:innen solche Vorfälle/Übergriffe melden können. Dort findet ihr auch weitere Infos zu dieser Initiative.  Bitte macht diese Kampagne an euren Dienstellen und Betrieben bekannt.

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